🎵 «Wiener Neujahrsgala» mit dem Kurorchester Bad Krozingen.
Unter dem Motto «Eine Nacht in Ermatingen» lud der Lilienberg am vergangenen Samstag zu einer glanzvollen Neujahrsgala mit Wiener Charme in den Konzertsaal des Lilienbergzentrums. Rund 80 Gäste folgten der Einladung zu einem musikalischen Abend, der ganz im Zeichen der grossen Walzertradition, sprühender Operettenkunst und unvergänglicher Melodien stand. Für den festlichen Rahmen sorgte das neunköpfige Johann-Strauss-Ensemble und Kurorchester Bad Krozingen (Deutschland), das mit einem ebenso farbenreichen wie anspruchsvollen Programm begeisterte. Präzision, enorme Spielfreude und spürbare Leidenschaft prägten den Auftritt – eine Mischung, die bereits im ersten Konzertteil mit lautstarken Bravo-Rufen und Standing Ovation honoriert wurde. Charmant und kenntnisreich führte der Kontrabassist Markus Lechner durch den Abend und verlieh dem Konzert zusätzliche Eleganz und Nähe zum Publikum.
Virtuose Leichtigkeit und emotionaler Höhepunkt
Der erste Konzertteil war ganz dem Schaffen von Johann Strauss (Sohn) gewidmet. Schwungvoll eröffnet wurde der Abend mit der Ouvertüre zu «Eine Nacht in Venedig». Es folgte eine Auswahl berühmter Meisterwerke, darunter der Konzertwalzer «Rosen aus dem Süden», der auf Motiven aus der Operette «Das Spitzentuch der Königin» basiert. Mit der feurigen Schnellpolka «Es lebe der Ungar», die 1869 erstmals in Budapest erklang, zeigte das Ensemble seine virtuose Leichtigkeit. Den emotionalen Höhepunkt bildete schliesslich der weltberühmte Walzer «Wiener Blut», der den Konzertsaal in pures Wiener Lebensgefühl tauchte.
Stilistische Vielfältigkeit
Der zweite Teil des Abends weitete den musikalischen Horizont. Mit der Ouvertüre zu «Orpheus in der Unterwelt» und der innigen Barcarole aus «Hoffmanns Erzählungen» bewies das Ensemble seine stilistische Vielseitigkeit. Eindrucksvoll präsentierten sich die Solisten Oliver Shermacher (Klarinette), Laura Tavernier (Violoncello) und Matias Perez-Turchetti (Violine) mit fein ausgearbeiteten Kadenzen. Beim berühmten Cancan im rasanten 2/4-Takt fieberte das Publikum begeistert mit – bis heute eine der grossen Attraktionen des Moulin Rouge. Ein besonderer Moment war Tschaikowskys «Blumenwalzer» aus dem Ballett «Der Nussknacker», der Susanne Grüner, der langjährigen Managerin des Lilienbergzentrums, gewidmet war. Seit 25 Jahren prägt sie den Betrieb entscheidend mit. Stiftungspräsident Andreas Reist und der künstlerische Leiter Martin Luca Staub würdigten ihr Engagement und überreichten ein Präsent. Musikalisch ging es weiter in die Welt des Musicals mit einer Auswahl aus «My Fair Lady». Der krönende Abschluss gehörte selbstverständlich Strauss: «An der schönen blauen Donau» und der «Radetzky-Marsch» sorgten für begeisterten Applaus, ehe sich das Ensemble mit der «Tritsch-Tratsch-Polka» und einem erneuten «Cancan-Thema» verabschiedete.
Ein Abend voller Eleganz
Das Repertoire des Johann-Strauss-Ensembles umfasst rund 700 Werke – von Wiener Salon- und ungarischer Zigeunermusik über Musicalmelodien bis hin zu klassischer Oper. Seit vielen Jahren ist das Ensemble ein fester Bestandteil des Kulturlebens im Kurhaus Bad Krozingen. Zum Ensemble gehören neben den Solisten Franziska Eickhoff und Edina Luzco (beide Violine), Claire Garde (Flöte/Piccolo), Julian Schneider (Schlagzeug) und Zsolt Németh (Klavier). «Eine Nacht in Ermatingen» erwies sich als ein Abend voller Eleganz, Emotionen und musikalischer Exzellenz – ein Neujahrsauftakt, der noch lange nachklingen dürfte.