Projekt-Bericht
Sonne auf dem Dach des Lilienberg
120 Kilowatt-Peak Solaranlage – ein Projekt mit Substanz
Wer unternehmerisch denkt, schaut nicht nur nach vorne – er schaut auch nach oben. Auf die Dächer. Auf die Fläche, die jahrelang ungenutzt blieb und jetzt still und leise das tut, was gute Investitionen tun: langfristig Mehrwert schaffen. Der Lilienberg in Ermatingen am Bodensee hat diesen Schritt getan – und ihn so gemacht, wie es zur Stiftung passt: mit Sorgfalt, mit Haltung und mit Blick auf das Wesentliche.
Auf den Dächern des Haupthauses des Hotels entsteht derzeit eine 120 kWp starke Photovoltaikanlage. Verbaut werden bifaziale Module des deutschen Herstellers Voltara – Technik, die beidseitig Strom produziert: von oben durch direktes Sonnen- und Tageslicht, von unten dank der Reflexion der Dachoberfläche. Das Resultat ist eine Anlage, die mehr leistet als auf dem Datenblatt steht – und das zuverlässig, Jahr für Jahr. Realisiert wird das Projekt durch Alpensolar, ein junges Schweizer Unternehmen, das mit diesem Auftrag sein bisher grösstes Projekt umsetzt.

Qualität, die man nicht sieht – aber spürt
Was dieses Projekt auszeichnet, ist nicht das Spektakuläre – sondern das Konsequente. Die Module sollen für die Gäste unsichtbar bleiben. Wer durch den Park spaziert, wer vom See heraufschaut, sieht nichts. Die Ausrichtung nach Nordwest und Südost wurde bewusst so gewählt, dass die Anlage dem Erscheinungsbild des Hauses untergeordnet ist. Das Hauptdach ist nach Osten ausgerichtet: Wer über den Park anreist, blickt von Westen auf das Gebäude – und nimmt die Solarmodule gar nicht wahr. Morgens bestrahlt die aufgehende Sonne die Fläche fast den halben Tag lang direkt. Eine elegante Lösung, die Ästhetik und Ertrag miteinander versöhnt.
Und trotzdem: Die Anlage wird zwischen 20 und 25 Prozent des gesamten Strombedarfs des Lilienberg abdecken – bei einer konservativ gerechneten Amortisationszeit von sieben bis acht Jahren. Wer die Erfahrungswerte aus vergleichbaren Voltara-Installationen kennt, rechnet eher mit weniger. Die Module liefern in der Praxis regelmässig mehr, als die Herstellerangaben versprechen.
«Es ist einfach einzigartig. Je schwerer die Aufgabe, desto weiter kommst du als Firma. Das war der Gedanke, warum ich das Projekt unbedingt haben wollte.»
Geschäftsführer, Alpensolar
Was die Voltara-Module technisch besonders macht, ist ihre Zuverlässigkeit im Alltag. Produziert wird nicht nur bei direktem Sonnenlicht, sondern bereits bei diffusem Tageslicht – ein entscheidender Vorteil an einem Standort wie dem Bodensee mit seinen wechselhaften Lichtverhältnissen. Und wo andere Systeme bei Teilbeschattung eine ganze Modulreihe ausfallen lassen, arbeiten hier die restlichen Felder einfach weiter – dank integrierter Verschattungsoptimierung. Das einheitlich schwarze Erscheinungsbild der Module sorgt zudem dafür, dass die Anlage auch optisch aus einem Guss wirkt.
Die Installation verlief reibungsloser als erwartet. Lediglich eine kurzfristige Anpassung bei der Unterkonstruktion – ein bewusster Entscheid zugunsten der langfristigen Dachverträglichkeit – sorgte für eine Verzögerung von wenigen Tagen. Für eine Anlage dieser Grössenordnung, typischerweise in rund zwei Wochen realisiert, ist das ein verschmerzbares Detail. Und für die Mitarbeitenden von Alpensolar hat das Dach des Haupthauses auch einen praktischen Vorteil: Die flache Neigung macht die Arbeit sicherer als auf steileren Gebäuden.
Zwei Unternehmen, eine gemeinsame Logik
Was an diesem Projekt besonders berührt, ist die Haltung dahinter. Der Projektleiter von Alpensolar beschreibt, wie er den Lilienberg zum ersten Mal besuchte und sofort wusste: diesen Auftrag will er. Nicht wegen der Grösse des Dachs – sondern wegen der Grösse des Ortes. Er erzählt von Monaten, in denen er das Projekt im Kopf durchgeplant hat, bevor der Auftrag offiziell war. Modul für Modul, Detail für Detail. Vom Mindset-Wechsel, den dieser Ort in ihm ausgelöst hat. Und von der festen Überzeugung, dass dies nicht ein einzelner Auftrag ist, sondern der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit.
Der Name Stiftung Lilienberg Unternehmerforum steht für unternehmerisches Denken und zukunftsorientiertes Handeln – und es ist kein Zufall, dass der Lilienberg auch bei der Wahl seiner Partner nach dieser Logik vorgeht. Man sucht keine blossen Dienstleister, sondern Unternehmen, die ähnlich denken: langfristig, sorgfältig, mit echtem Anspruch an die eigene Arbeit. Alpensolar hat das unter Beweis gestellt – und der Lilienberg hat es erkannt.
Wer mit dem Lilienberg arbeitet, wächst daran. Das gilt für Gäste und Seminarteilnehmende – und offensichtlich auch für Unternehmen, die hier ihre Handschrift hinterlassen. Die Solaranlage auf dem Dach des Haupthauses ist ein stiller Zeuge davon: kaum sichtbar, aber wirksam. Für die nächsten 20 bis 30 Jahre.
Die Sonne geht jeden Morgen über dem Bodensee auf – sie arbeitet ab sofort auch für den Lilienberg.

