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«Für eine nachhaltige Altersvorsorge sind innovative Lösungen nötig»

20.11.2017

Wissenswertes zur Next Generation Anlagephilosophie vermittelte im November Andreas Feller. Der Leiter Private Banking Zürich, Ostschweiz & UHNWI bei der Privatbank Julius Bär sprach über Anlagestrategien der Zukunft. «Es gilt nicht einem Hype zu verfallen, sondern sich auf Langfristigkeit zu fokussieren», sagte Feller. Mit Blick auf eine nachhaltige Altersvorsorge betonte er, dass innovative Lösungen gefragt seien. Bei der jungen Generation vermisst er den Willen zu sparen.

«Für eine nachhaltige Altersvorsorge sind innovative Lösungen nötig»
In Bezug auf Vorsorgestrategien ortet Andreas Feller (rechts auf dem Podium) in der Schweiz «sehr wenig Eigenverantwortung», wie er mit besorgter Miene auf eine entsprechende Frage von Christoph Vollenweider sagte.

Moderator Christoph Vollenweider wollte eingangs von Andreas Feller wissen, wie es ihm möglich sei, sich mit globalen Megatrends und ihren langfristigen Auswirkungen auf die Wirtschaft zu befassen statt dauernd auf die Quartalszahlen der börsenkotierten Unternehmen starren zu müssen. Der Referent meinte, dass er selber gut mit dieser Herausforderung leben könne. Es sei interessant zu beobachten, wie sich auch in der Nachhaltigkeit Trends herauskristallisieren.

Als Beispiel nannte er die E-Mobilität, wo es wichtig sei, abzuschätzen, ob Investitionen in diese Technik sinnvoll seien oder nicht. «Es ist aber auch hier eine Gratwanderung, denn Investoren schauen, berechtigterweise, gleichwohl auf die Quartalszahlen», betonte er. Es gelte auch bei Nachhaltigkeitsprojekten den Dialog mit den Investoren zu pflegen. «Die Player der Branche müssen um Investoren kämpfen», sagte Feller.

Fünf Schlüsselthemen im Fokus

Der Referent suchte Antworten auf die Frage, wie wir mit Langfristigkeit umgehen. Er legte dar, dass die Next-Generation-Anlagephilosophie der Bank Julius Bär von fünf Schlüsselthemen geprägt werde.  So gelte es den Aufschwung Asiens mit wachsenden Volkswirtschaften in asiatischen Schwellenländern ebenso aufmerksam zu verfolgen wie die Energiewende mit dem Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energiequellen oder die Digitale Disruption. Damit meinte er das Phänomen der Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens.

Feller nannte als weitere Schlüsselthemen die Welternährung mit einer nachhaltigen Produktion zur Ernährung der Weltbevölkerung, die bis ins Jahr 2050 um weitere 2,4 Milliarden Menschen wachsen dürfte, sowie mutierende Lebensstile als Auswirkungen der weltweit steigenden Lebenserwartung auf die globale Wirtschaft.

«Know-how nicht leichtfertig preisgeben»

Die rund um die genannten Schlüsselthemen angestossenen Entwicklungen dürften nicht als Hype verstanden werden, sondern seien auf Langfristigkeit ausgerichtet. Feller betonte, dass es wichtig sei, diesen strukturellen Wandel zu verstehen. «Die Umwelt setzt dem wirtschaftlichen Wohlstand Grenzen», «Technologie ist langfristig der wichtigste Wachstumsfaktor» und «Werte verändern sich im Laufe der Zeit, ebenso wie die Bestimmungsfaktoren für Wohlbefinden» lauteten einige Aussagen des Referenten.

In Japan sei festzustellen, dass wieder vermehrt Frauen in die Arbeitswelt zurückkehren würden. Es gelte auch in der Schweiz, gerade wegen der steigenden Lebenserwartung, Arbeitnehmer möglichst lange im Arbeitsprozess zu behalten. Selbst in einem Hochpreisland wie der Schweiz dürfte der Faktor Erfahrung nicht einfach vernachlässigt werden. Feller: «Es gilt zu bedenken, dass Know-how viele positive Entwicklungen begünstigt hat.»

Altersvorsorge ein zentrales Anliegen

Mit einem Blick auf die Zeit nach dem Arbeitsleben meinte Feller: «In vielen Köpfen ist noch verankert, dass man möglichst jung in die Pension gehen möchte.» Doch dies könne auf Zeit nicht gut gehen. «Es gilt, auch für eine nachhaltige Altersvorsorge innovative Lösungen zu finden», betonte der Redner.

Der Finanzfachmann mahnte, dass Anstrengungen nötig seien, um die Altersvorsorge zu sichern. «Hierfür gibt es diverse Modelle: Länger zu arbeiten oder flexibel zu gestaltende Eintritte in die Pension sind zwei Optionen», sagte Feller. Die Situation für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit präsentiere sich gegenwärtig so, dass man von der durchschnittlichen Lebenserwartung her rund ein Drittel des ganzen Lebens im Ruhestand verbringe. «Wir müssen uns darauf einstellen, länger zu arbeiten, ob wir wollen oder nicht», bekräftigte der Referent.

Feller ortet in der Schweiz bezüglich Vorsorgestrategien «sehr wenig Eigenverantwortung». Den Jungen mangle es zudem am dringend nötigen Sparwillen. Im Diskussionsteil antwortete der Referent auf Christoph Vollenweiders Frage, ob sich die Schweizer Bevölkerung zu stark auf die drei Säulen der Altersvorsorge abstütze: «Definitiv! In anderen Ländern interessieren sich sehr viel mehr Menschen dafür, wie sich das eigene Vermögen entwickelt.»

Auch Analysten herausgefordert

Der Referent erläuterte die gegenwärtig laufenden Veränderungen im Bereich der Anlagestrategien. Die heute sichtbaren Trends seien ein Abbild der gegenwärtigen Entwicklungen. «Da ist ein grosser Wandel im Gange. Die Bank Julius Bär geht mit ihren Analysten rein in das Umfeld mit Trends. Wir schauen dann, welche Firmen existieren, die von neuen Geschäftsmodellen profitieren wollen und könnten», betonte Feller. Partnerschaften seien zum Beispiel in der Medizinaltechnik möglich. Es gelte auf Grund der Flut von Megatrends Themen einzugrenzen und sich genau zu überlegen, wo investiert werden soll.

Zyklus «Der Bankenplatz Schweiz und seine Zukunft»; Unternehmerisches Gespräch vom 6. November 2017 «Next Generation Anlagephilosophie: Blick auf das Gesundheitswesen und die Langlebigkeit sowie deren Einflüsse auf die Altersvorsorge» mit Andreas Feller, Leiter Private Banking Zürich, Ostschweiz & UHNWI sowie Vorsitzender des UHNWI Boards Schweiz, Bank Julius Bär; Moderation: Christoph Vollenweider, Leiter Programm und Publikationen; Zusammenfassung: Marcel Vollenweider.

Zur Person Andreas Feller

Andreas Feller startete seine Karriere bei ABN und war dort verantwortlich für den Aufbau von Strukturierten Produkten für das Internationale Private Banking. Nach weiteren Etappen bei Clariden sowie Vontobel Private Banking übernahm er im Januar 2010 das Team Investment Advisory Zürich der Bank Julius Bär und im April 2014 das neu formierte Team Global Investment Solutions & Advisory. Seit September 2016 ist Andreas Feller Leiter Private Banking Zürich, Ostschweiz & UHNWI sowie Vorsitzender des UHNWI Boards Schweiz.

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mime file icon Präsentation von Andreas Feller (1 MB)

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