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«Wir müssen die Firmen davon überzeugen, dass Tagesschulen nötig sind»

Publiziert am 24.1.2017
«Wir müssen die Firmen davon überzeugen, dass Tagesschulen nötig sind»

Trotzdem setzen sich Schulen mit diesem Betreuungsmodell kaum durch. Die Frau gibt nach der Geburt des Kindes die Arbeit in der Regel auf und steigt allenfalls später mit einem kleinen Arbeitspensum wieder in den Beruf ein. Meist bemängelt sie die Angebote von Tagesstrukturen. Franziska Frey-Wettstein, Politikerin und Mitglied der IG Pro Tagesschule, nannte noch einen weiteren Grund, weshalb die Frauen nicht mehr berufstätig sein wollen: «Viele Frauen denken heute noch, sie seien nur dann eine gute Mutter, wenn sie sich aufopfern und sich rund um die Uhr um den Nachwuchs kümmern.»   

Die IG fordert nicht einfach nur Tagesstrukturen, sondern Tagesschulen. Das hat seinen Grund: Die Tagesschule und der Unterricht sind unter einem Dach und gehören zu einem gesamtpädagogischen Konzept der Schule. Eine gute Bildung von kognitivem und sozialem Lernen steht im Zentrum. 

Ursula Rellstab, Publizistin und Mitglied der IG Pro Tagesschule fragte: Wie muss die Arbeit in der IG weitergehen? «Wir müssen innerhalb eines Unternehmens das Bewusstsein schaffen, wie nötig Tagesschulen sind.» Möglicherweise wollen grössere Betriebe an ihrem Standort keinen politischen Druck auf Schulen ausüben, damit sie Tagesschulen öffnen, sagte sie. Rellstab ist überzeugt: Familienfrauen tun einem Betrieb gut, weil sie gelernt haben, flexibel auf unterschiedliche und sich verändernde Situationen einzustellen. 

Nationalrätin Rosmarie Quadranti, Schulpräsidentin in Volketswil, sagte: «Eltern müssen für Tagesschulen aktiv werden und politischen Druck ausüben. Quadranti sieht einen Hoffnungsschimmer. Mit der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative steht plötzlich die Arbeitsintegration von Schweizer Frauen im Zentrum. Damit dieser Prozess gelingen kann, muss für Betreuungsplätze der Kinder gesorgt sein.

Unser Bild zeigt (von links) Moderator Christoph Vollenweider und seine Gesprächspartner Barbara Custer, Ursula Rellstab, Erich Müller Vils und Franziska Frey-Wettstein.

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