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Mitarbeiter als Ressourcen? Nein als eigenständige Menschen mit Bedürfnissen!

24.08.2018

Mitarbeiter, die am Montagmorgen freudig zur Arbeit kommen, zufrieden mit ihrem Job sind und sich gerne für ihren Arbeitgeber engagieren. Eine unrealistische Wunschvorstellung? Nicht unbedingt! Doch Mitarbeiter machen nur dann einen guten Job, wenn sie glücklich sind. Und einige Rahmenbedingungen können entscheidend zu diesem Glück beitragen.

Mitarbeiter als Ressourcen? Nein als eigenständige Menschen mit Bedürfnissen!
Verschiedene Rahmenbedingungen können entscheidend zum Glück der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz beitragen.

Neurologisch betrachtet bedeutet das Gefühl des Glücklichseins eine hohe Dopamin-Ausschüttung. Und dieses wunderbare Hormon sorgt in unserem Körper nicht nur für gute Stimmung, sondern erhöht auch die Leistungsfähigkeit. Grund genug für jede Führungskraft, einmal genau hinzuschauen, was Mitarbeitende glücklich macht:

Stellen Sie sich vor, im Rahmen des Qualitätsmanagements wurde die vorgegebene Gesprächsführung mit den Kunden verändert. Nun bekommen Sie ein Blatt Papier, auf dem die neuen Anweisungen stehen. Da steht allerdings nicht: Warum sollen Sie diese Anweisung befolgen? Was ist der Sinn dahinter?

Viele Führungskräfte vergessen in der Hektik des Alltags, neben dem WAS auch das WARUM zu erklären. Das ist fatal. Denn nur, wenn der Mitarbeiter den grossen Sinn hinter seiner Tätigkeit versteht, ist er glücklicher und engagiert. Schliesslich sind Kosteneinsparungen oder Arbeitsplatzsicherung für viele Mitarbeiter durchaus gute Argumente.

Generell sollten sich Führungskräfte immer fragen, welche Bedürfnisse das Unternehmen und die Mitarbeitenden haben. Sie werden sehen: In den meisten Fällen passen sie sogar ganz gut zusammen.

Herr Rossi sucht das Glück

Bereits in den Sechziger Jahren beschäftigte sich die Filmindustrie mit dem Thema des unglücklichen Arbeiters, der keinen Sinn in seinem täglichen Job erkennen konnte und sich wegträumte.

Auch im Jahr 2018 ist das Thema immer noch brandaktuell. Denn der Begriff «Human Ressources» wird oft allzu wörtlich genommen wird.

Umso erfreulicher ist die Entwicklung in kleinen und mittelständischen familiengeführten Unternehmen. Da gibt es immer mehr positive Überraschungen: Mitarbeiter werden ganz selbstverständlich als Menschen mit Bedürfnissen wahrgenommen – eine Herangehensweise, die zu einer glücklichen und loyalen Belegschaft führt.

Shakes oder Freizeit?

Dabei geht es nicht um Chill-Zonen, eine grosse Essensauswahl oder hippe Shakes, die den Mitarbeitern angeboten werden. Denn all diese Annehmlichkeiten haben häufig nur einen Zweck: die Mitarbeiter zu langen Arbeitstagen zu verlocken. ADIEU Freizeit!

Ob der Mitarbeitende als Ressource wahrgenommen wird, sieht man vor allem, wenn sich jemand kritisch äussert oder über längere Zeit krank ist. Dann wird oftmals leider deutlich, wie austauschbar der Einzelne ist.

Kein Patentrezept

Dabei sind die Mitarbeiter eben nicht so einfach über einen Kamm zu scheren. Sie haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse. So brauchen Führungskräfte ein waches Auge und müssen sehr genau hinschauen, um zu erkennen, wer was benötigt, um im Job glücklich zu sein.

Dennoch trägt auch jeder Einzelne selbst Verantwortung für sein Glück. Vorgesetzte können ihren Mitarbeitern dennoch vorleben, wie das im jeweiligen Unternehmen gelingt. Deshalb: Trauen Sie sich auch, sich für Ihr Glück einzusetzen. 

Yvette-Marina Reinberger

*Yvette Reinberger ist Leiterin der Lilienberg Regionalgruppe Fünfländerblick. Sie blickt zurück auf 25 Jahre Forschungsarbeit mit Fokus auf Wissenstransfer im Bildungssegment und Seminarwesen sowie auf 15 Jahre Führungserfahrung in Grossindustrie, KMU-Betrieben und im eigenen Unternehmen. 

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