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Auf der Suche nach dem Glück: Mitarbeiter müssen wissen, wofür sie arbeiten

20.07.2018

Unter allen Gefühlen, die wir kennen, ist Glück mit Abstand die Nummer 1. Aber unsere Glücksgefühle sind unberechenbar. Kaum hat uns das Glück gefunden, ist es auch schon wieder weg. Die Folge ist, dass wir Menschen in gewisser Weise immer auf der Suche nach dem Glück sind und es trotzdem nie dauerhaft erreichen. Was hat Glück mit unternehmerischem Erfolg zu tun? Sehr viel.

Auf der Suche nach dem Glück: Mitarbeiter müssen wissen, wofür sie arbeiten
Mitarbeiter, die sich mit den Zielen des Unternehmens identifizieren, fühlen sich glücklich und tragen so auch massgeblich zum Unternehmenserfolg bei.

Zu allen Zeiten und in allen Kulturen haben sich die Menschen schon immer die Frage gestellt: «Was ist Glück?». Früher waren es die Philosophen, die eine Antwort auf diese Frage suchten. Später waren es die Psychologen und Soziologen. Und heute sind es die Gehirnforscher, die mit den modernen Methoden der Medizin und der Technik dem Glück auf die Spur kommen wollen.

Obwohl alle ganz unterschiedliche Wege und Ansätze verfolgen, kann man bereits jetzt sagen, dass es vor allem drei Erkenntnisse der Glücksforschung gibt, bei denen sich alle Experten weitestgehend einig sind:

 1. Die Lebensbedingungen eines Menschen sind nicht massgeblich dafür verantwortlich, ob er glücklich ist oder nicht.

 2. Auch Faktoren wie Wohlstand, Macht, Status, Alter oder Intelligenz tragen nur bedingt zum Glück bei.

 3. Auch wenn Glück für jeden Menschen etwas anderes bedeutet, so ist unser Glücklichsein hauptsächlich durch unsere Denkweise und unsere persönliche Wahrnehmung geprägt.

Um dem Glück auf die Spur zu kommen, experimentieren Wissenschaftler mit euphorischen Ratten, untersuchen die Gehirne von Liebespaaren im Hirnscanner oder führen Studien an Probanden während eines Computerspiels durch. Auch wenn noch lange nicht alle Details bekannt sind, wissen wir inzwischen schon sehr viel darüber, wie und wo Glück in unserem Gehirn entsteht, welche Areale unseres Gehirns daran beteiligt sind und welche biochemischen Prozesse dabei ablaufen.

Die Forschungsergebnisse sind beeindruckend, denn es gibt in unserem Gehirn eine Art Glücksmechanismus, der bereits anspringt, wenn wir uns auf ein mögliches Glück hin bewegen und die damit verbundene Vorfreude empfinden. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse gelingt es uns aber nicht nur, den Entstehungsort des Glücks zu definieren. Viel wichtiger ist, dass uns diese Erkenntnisse erstaunliche Antworten auf eine der wohl wichtigsten Fragen liefern: Was können wir tun, um ein glücklicheres Leben zu führen? Und kann man das trainieren?

Das Gehirn lässt sich trainieren wie Muskeln

Eine der wohl wichtigsten Erkenntnisse der Neurowissenschaften ist die, dass sich unser Gehirn ständig verändert. Bei allem, was wir tun oder denken, verändert sich unser Gehirn. Und eine weitere sehr wichtige Erkenntnis der Gehirnforschung ist, dass wir unser Gehirn trainieren können. Wir können es trainieren wie einen Muskel.

Wenn sich also unser Gehirn ständig verändert und wir unser Gehirn wie Muskeln trainieren können, dann stellen sich folgende Fragen:

1. Können wir Glück trainieren?

2. Können wir unser Gehirn so verändern, dass wir dauerhaft und für immer glücklich sind?

Die Frage, ob wir Glück trainieren können, kann man uneingeschränkt mit «Ja»beantworten. Die Frage, ob wir unser Gehirn so verändern können, dass wir dauerhaft und für immer glücklich sind, muss allerdings mit «Nein» beantwortet werden.

Eine noch sehr junge Wissenschaft, die sich ebenfalls mit der Frage nach dem Glück beschäftigt und deren Methoden sich durch die Erkenntnisse der Gehirnforschung bestätigen lassen, ist die «Positive Psychologie».

Die Kraft der Positiven Psychologie

Die Positive Psychologie besteht aus drei Säulen, die in ihrer Kombination ein Höchstmass an persönlicher Zufriedenheit und damit an Glücklichsein bewirken können, und bezogen auf Schule, Arbeit und Beruf sind sie die Eckpfeiler für Spitzenleistungen.

Diese drei Säulen sind:

1. Stärkenorientierung

Nur wer seine Stärken kennt und sie optimal einsetzt, kann Spitzenleistungen erbringen.

2. Flow

Wenn die Aufgaben an die Fähigkeiten der Menschen angepasst sind, erreichen die Menschen häufig den Zustand der Selbstvergessenheit und gleiten in den so genannten Flow. Sie gehen so sehr in ihrer Tätigkeit auf, dass sie alles andere vergessen.

3. Sinn

Nur wenn es gelingt, die unternehmerischen Ziele und Visionen mit den Wünschen und Motiven der Mitarbeiter in Einklang zu bringen, erhält die Arbeit ein Höchstmass an Sinn.

Das wichtigste Ziel der Positiven Psychologie ist es, die positiven Emotionen zu mehren und die negativen zu mindern. Unternehmen, die sich Spitzenleistungen von ihren Mitarbeitern wünschen, sollten daher auf folgendes achten:

  • Mitarbeiter müssen wissen, wofür sie arbeiten.
  • Es muss Freiräume für Kreativität geben.
  • Fehler müssen erlaubt sein.
  • Jeder Chef sollte seinen Mitarbeitern das Gefühl geben, ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens zu sein.

Fazit: Ein Team, das sich mit den unternehmerischen Zielen identifiziert, fühlt sich glücklich und trägt dadurch auch massgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Macht Sinn!

Yvette-Marina Reinberger

*Yvette Reinberger ist Leiterin der Lilienberg Regionalgruppe Fünfländerblick. Sie blickt zurück auf 25 Jahre Forschungsarbeit mit Fokus auf Wissenstransfer im Bildungssegment und Seminarwesen sowie auf 15 Jahre Führungserfahrung in Grossindustrie, KMU-Betrieben und im eigenen Unternehmen. 

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