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«Während dem Zweiten Weltkrieg vertraute man den Anweisungen des Bundesrates!»

Datum: 02.04.2020

Dr. Matthias Wipf, Stellvertretender Leiter Programm & Publikationen auf Lilienberg, ist von Haus aus Historiker. In einem Interview mit der Online-Plattform Persönlich hat er unter anderem zur Frage Stellung genommen, ob man die aktuelle Bedrohungslage während der Corona-Krise mit der Situation der Schweiz im Zweiten Weltkrieg vergleichen könne. 

Matthias Wipf hat sich in mehreren Büchern mit der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs beschäftigt. Er beurteilt, ob sich die Stimmungslage während den 1940er-Jahren mit der heutigen vergleichen lässt. Ganz grundsätzlich hält Wipf fest, dass man in den 1930er/-40er Jahren die Anweisungen der politischen und militärischen Behörden viel weniger hinterfragte als heute. Man nahm sie einfach hin und vertraute darauf, dass diese schon richtig waren. «Wenn man Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von damals befragt, ob sie etwa überzeugt gewesen seien vom Réduit-Plan General Guisans, von der sogenannten "Verdunkelung" in den Grenzregionen oder auch von Massnahmen wie der Pressezensur, dann antworten sie ganz klar, man habe die Anordnungen halt einfach befolgt.»

«Da leben wir heute schon in einer anderen Welt», so Wipf – nochmals speziell mit den Social Media. Zwar sei die Information der Bevölkerung besser – «aber gleichzeitig gibt es auch, wie ich es nennen würde, richtige Panik-Spiralen. Jeder ist nun Sender und «Experte», es zirkulieren Verschwörungstheorien und werden Beiträge unkritisch weiter verbreitet. So was kann natürlich die Nervosität oder auch Angst dramatisch verstärken. Und man kann nur immer wieder dazu aufrufen, doch bitte verantwortungsvoller mit solchen "Informationen" umzugehen.»

Das vollständige Interview mit Matthias Wipf