Trio um Walliser Star-Pianistin Beatrice Berrut begeisterte die Zuhörer
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Trio um Walliser Star-Pianistin Beatrice Berrut begeisterte die Zuhörer

Datum: 12.03.2020

(stb) Die preisgekrönte Walliser Pianistin Beatrice Berrut bot am ersten Lilienberg Rezital im Jahr 2020 mit dem Trio in g-Moll von Sergej Rachmaninow und dem Klaviertrio in H-Dur von Johannes Brahms ein stimmungsvolles und virtuoses Konzert. Begleitet wurde sie vom Geiger Marc Bouchkov und vom Cellisten Benedict Kloeckner.

«Eine wunderbar talentierte Pianistin mit beeindruckender Hingabe und Sensibilität», so beschreiben die Medien die 34-jährige Beatrice Berrut. Die Walliserin gilt als eine der begabtesten  Pianistinnen ihrer Generation. Sie spielt in allen renommierten Sälen Europas und Amerikas, und sie hat weltweit zahlreiche Sendungen für das Fernsehen und das Radio aufgezeichnet.

In ihrer noch jungen Karriere hat Beatrice Berrut bereits verschiedene Auszeichnungen erhalten: den Schweizer Eurovision Contest 2002 ebenso wie den Preis der Société des Arts in Genf, den «Revelación»- Preis der argentinischen Presse und den Walliser Förderpreis sowie den Kulturpreis der Association du Chablais.

Digitalisierung erfasst auch die Musik

Am vergangenen Dienstagabend trat sie auf Lilienberg im Trio erstmals überhaupt mit dem Geiger Marc Bouchkov und dem Cellisten Benedict Kloeckner auf. Und es gab gleich noch eine Premiere: Zum ersten Mal an einem Lilienberg Konzert lasen die Künstlerinnen und Künstler die Noten nicht mehr auf traditionell gedruckten Notenausgaben, sondern von ihren iPads als digitale Notenständer. Der grosse Vorteil: Die Musiker haben auf diese Weise Hunderte Notensätze immer dabei und können eigene Notizen in ihre Stimme schreiben. Die Digitalisierung ist also auch in der Musik definitiv angekommen!

Wegen des sich auch in der Schweiz nun rasant ausbreitenden Coronavirus fand das Lilienberg Konzert für einmal vor lediglich 70 Zuhörern statt. Mehr als 30 ursprünglich angemeldete Teilnehmer meldeten sich freiwillig wieder ab, weil sie in Corona-Zeiten überfüllte Konzertsäle und Menschenansammlungen verständlicherweise unbedingt meiden wollen.

Zum Auftakt des Rezitals präsentierte Beatrice Berrut das Trio élégiaque in g-Moll von Sergej Rachmaninow. Rachmaninow studierte noch, als er mit 19 Jahren diese Komposition, sein erstes Trio, schrieb – ein einsätziges Werk in Sonatenform. Das Trio steht ganz im Banne Peter Tschaikowskys, Rachmaninows grösstem Vorbild zu Studentenzeiten. Sowohl der elegische Tonfall als auch einige thematische Wendungen erweisen dem Vorbild ihre Referenz.

Es liegt auf der Hand, dass Beatrice Berrut in diesem Stück die führende Rolle einnahm und Marc Bouchkov und Benedict Kloeckner mit ihren Streichinstrumenten eher im Hintergrund blieben. Denn das Klavier war ja auch Rachmaninows eigenes Instrument. Ein in jeder Hinsicht wirkungsvolles Werk, das noch bemerkenswerter ist, wenn man es als die Leistung eines 19-Jährigen hört, der zum Zeitpunkt, als er es schrieb, an der Schwelle einer brillanten Karriere stand.

Brahms‘ Meisterwerk

Im zweiten Teil des Rezitals spielten die drei jungen Künstler eines der ganz grossen Meisterwerke von Johannes Brahms: das vielgespielte, klanglich opulente Klaviertrio in H-Dur opus 8. Es ist dies zugleich Brahms‘ frühestes und spätestes Klaviertrio, denn es liegt in zwei völlig unterschiedlichen Fassungen aus den Jahren 1854 und 1889 vor, wobei heute hauptsächlich die Spätfassung als das Opus 8 gilt. Diese gelangte auch am Lilienberg Konzert zur Ausführung.

Beatrice Berrut bewies dabei in einem gut halbstündigen Auftritt ihre spielerischen, technisch ausgereiften Fähigkeiten. Mit Leichtigkeit, mit einer starken Ausstrahlung sowie mit der Haltung der Verinnerlichung des Werks gab sie die reichen und farbigen Stimmungen dem Publikum weiter. Doch die Zuhörer erlebten nicht nur eine entfesselte und auf höchstem Niveau spielende Künstlerin am Flügel, sondern sie konnten sich genauso an den hohen musikalischen Qualitäten des Geigers und des Cellisten erfreuen, die einen bewegenden Dialog mit dem Klavier gestalteten.

Lob von renommierten Musikkritikern und vom Publikum

«Für mich sind dieser Komponist und seine Werke sehr, sehr wichtig», erklärt Beatrice Berrut ihre Liebe zu Brahms. Sie meint dabei vor allem Brahms zweites Klavierkonzert, «das entscheidende Stück, aufgrund dessen ich meine Berufung zur Pianistin fand. Ich hatte Brahms als 10-Jährige gehört, und ich erinnere mich noch heute daran, wie ich danach die ganze Nacht nicht schlafen konnte.»

Heute, 25 Jahre später – das haben selbst renommierte Musikkritiker im Ausland bemerkt – gilt Beatrice Berrut «als ausgezeichnete Pianistin, deren Spiel gelassen in der Vielschichtigkeit von Genie und Schönheit schwelgt. Die Fülle und die Vielfalt des Klavierklangs, welche die Walliserin ihrem Flügel entlockt, sind dabei genauso imponierend wie der virtuose Tastenzauber, den sie entfaltet», schrieben unlängst die irische Tageszeitung «The Irish Times» und das Magazin «Klassik Heute Deutschland».  Ein Urteil, das auch das Lilienberg Publikum am Konzertabend vom vergangenen Dienstag vorbehaltlos teilte.

Lilienberg Rezital vom 10. März 2020 mit dem Trio Beatrice Berrut (Klavier), Marc Bouchkov (Violine) und Benedict Kloeckner (Cello);Gastgeber: Lilienberg Unternehmerforum, vertreten durch Susanne Rau-Reist; Moderation: Eva Oertle.