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Thurgauer KMU kümmern sich aktiv um ihre Energie-Zukunft

Datum: 29.06.2020

Rund 100 «wache» KMU Unternehmerinnen und Unternehmer haben Ende Juni am Frühstücksevent auf Lilienberg teilgenommen und liessen sich aus erster Hand über die Konsequenzen des revidierten Gesetztes über die Energienutzung (ENG), das am 1. Juli in Kraft tritt, ins Bild setzen.

Gastgeber und KEEST-Geschäftsführer, Andreas Koch, unterstrich in seiner Begrüssung, dass jeder Fortschritt ausserhalb der Komfortzone stattfindet. Das heisst, wenn man die eigene Energie-Zukunft ernst nimmt, müsse man damit aufhören, sie anderen zu überlassen, sondern sie selbst aktiv in die Hand nehmen. Mit diesem Gedanken vor Augen führte der Moderator, Christoph Lanter, Referenten und Gäste durch die Veranstaltung.

Regierungspräsident Walter Schönholzer unterstrich in seinem Referat die Unternehmerfreundlichkeit des neuen ENG und zeigte sich erfreut darüber, dass dieses Ende 2019 mit 117 zu 0 Stimmen im Kantonsrat bestätigt und ein Referendum nicht ergriffen wurde. Bereits in der ersten Diskussionsphase wurde darauf geachtet, dass, wenn immer möglich, bürokratische Abläufe gestrichen und sämtliche «Stakeholder» wie Verbände, Vereine, Politik usw. in den Prozess integriert wurden. Das sei bis jetzt einzigartig in der Schweiz. Es sei auch wichtig, so Schönholzer, in Zukunft weniger von Energieimporten aus dem Ausland abhängig zu sein und es gelte, dass Unternehmen die Energie-Effizienz steigern, um so ihre Wettbewerbsposition zu verbessern.

Andrea Paoli, Leiter der Abteilung Energie, erläuterte einzelne Aspekte des ENG und die Relevanz des Gesetzes für KMU. Unternehmen mit einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 200 Megawattstunden seienangehalten, eine Betriebsoptimierung durchzuführen. Aufgrund von grosszügigen Fördermöglichkeiten und den spezifischen Dienstleistungsangeboten des KEEST seien Aufwände und Kosten aber gering. «Und je früher unnötige Energiekosten eingespart werden, desto besser für das Portemonnaie.»

Die Energie-Effizienz im KMU steigern

Im darauf folgenden Podiumsgespräch mit Remo Lobsiger, Leiter Geschäftskunden der Thurgauer Kantonalbank (TKB) und Martin Simioni, CEO von EKT AG sowie Andreas Koch vom KEEST wurde auf einzelne Chancen zur Steigerung der Energie-Effizienz in KMU eingegangen. Lobsiger legte dar, wie dank der Zusammenarbeit von KEEST und TKB Unternehmen liquiditätsneutral Photovoltaik Eigenverbrauchsanlagen realisieren können und Nachhaltigkeit gefördert wird - ein wichtiges Anliegen der TKB.

Simioni äusserte sich zum EKT-Auftrag der Versorgungssicherheit in der Stromwirtschaft und resümierte über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem KEEST in den vergangenen Jahren im Förderprogramm: Thurgauer Energie-Fitness. Rund 60 Gigawattstunden Energie werden seitdem nachhaltig durch die 70 Unternehmen, die am Programm teilgenommen haben, jährlich eingespart. Das könne sich sehen lassen. Das KEEST vereinbarte jeweils die Ziele mit den KMU und gemeinsam mit dem EKT wurden die Unternehmen während drei Jahren begleitet und unterstützt. Der weiteren zukünftigen Zusammenarbeit, beispielsweise beim Thema Contracting, werde positiv entgegengeschaut.

Mehrwert ohne Verschwendung von Energie

Koch stellte in der Folge die Aktion MoVE für kleinere und mittlere Gewerbe- und Industriebetriebe vor. MoVE heisst Mehrwert ohne Verschwendung von Energie, ist spezifisch auf die rund 1500 bis 2000 KMU im Thurgau zugeschnitten und erfüllt das ENG. MoVE geht über drei Jahre und besteht aus Analyse, Zielvereinbarung sowie Begleitung und Unterstützung in der Umsetzungsphase. Dank der Partnerschaft mit dem Kanton Thurgau, dem Bundesamt für Energie sowie der act Swiss Cleantech Agentur Schweiz gemeinsam mit der Klimastiftung Schweiz ist es möglich, dank 80 Prozent Förderbeiträgen die Kosten für die Unternehmen sehr tief zu halten. Das sei in dieser Form einzigartig in der Schweiz, sagte Koch.

Den Nutzen von MoVE bestätigte im Anschluss auch der KMU-Unternehmer, Dominik Hasler, Inhaber der Hasler Transport AG in Weinfelden. Er erläuterte seine positiven Erfahrungen, insbesondere auch die Verbesserung der Effizienz in Arbeitsprozessen dank optimierter Beleuchtung und sagte zum Schluss: «Ich kann MoVE jedem Unternehmer nur empfehlen.»

Im seinem Schlusswort und Dank an die Gäste, Referenten und Sponsoren ging Andreas Koch kurz auf das kleine Präsent und Beispiel für Nachhaltigkeit ein, das jeder Gast mitnehmen konnte, die «gerettete Banane» - ein Primeur des Vereins «Mehr als Zwei» in Zusammenarbeit mit der «Öpfelfarm», Steinebrunn.

Im Anschluss an die Veranstaltung offerierte Lilienberg als Gastgeber eine feines Unternehmer-Frühstück, auf der neuen Sonnenterrasse, wo seit kurzem auch «à la carte» Gäste den schönen Blick auf den Untersee geniessen können. 

Video und Foto-Dokumentation

Vom KEEST-Event wurde auch ein Video produziert. Sie finden es hier.

Zudem haben die Organisatoren eine Foto-Dokumentation erstellt.