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Direktorin Nathalie Wappler erläuterte den geplanten Umbau bei SRF

Datum: 28.10.2020

Einen Tag bevor der Bundesrat die verschärften Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verkündete, war SRF-Direktorin Nathalie Wappler am Dienstagabend Gast eines Lilienberg Gesprächs. Gut 30 Interessierte verfolgten den von Dr. Andreas Jäggi moderierten Talk. Überzeugend erklärte Wappler unter anderem das Transformationsprojekt «SRF 2024».

Die 52-jährige Nathalie Wappler steht seit gut anderthalb Jahren an der Spitze von Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Die gebürtige Thurgauerin studierte an der Universität Konstanz Geschichte, Politik und Germanistik. Auslandsstudien führten sie an die Universität von Bristol in Grossbritannien und an die Stanford Universität in Kalifornien.

Ihre berufliche Laufbahn startete Wappler als Redaktorin bei 3sat («Kulturzeit»), danach war sie bei ARD/WDR («Joachim Gauck») und ZDF («aspekte», «Maybrit Illner») tätig. Ab 2005 arbeitete sie beim Schweizer Fernsehen: zunächst als Redaktorin beim «Kulturplatz», 2008 wurde sie Redaktionsleiterin der «Sternstunden», 2011 übernahm sie die Abteilungsleitung Kultur. Als Kulturchefin führte sie Fernseh-, Radio- und Onlineredaktionen zusammen, modernisierte Radio SRF 2 Kultur und entwickelte neue Film- und Serienstrategien.

2016 wechselte Nathalie Wappler als Programmdirektorin zum MDR, wo sie in den Bereichen Kultur, Jugend, Bildung und Wissen das TV-, Radio- und Onlineprogramm sowie die Klangkörper verantwortete.

Grosser Umbau bei SRF

In die Schlagzeilen geriet Nathalie Wappler zuletzt, weil sie den grossen Umbau bei Radio und Fernsehen plant – die Online-Kanäle sollen deutlich mehr Gewicht erhalten (Transformationsprojekt SRF 2024). Konkret: Bisher steckte SRF über 90 Prozent der Mittel in klassisches Radio und Fernsehen, künftig will Wappler Online-Aktivitäten verstärken und von heute 10 Prozent auf etwa 20 Prozent in drei Jahren ausbauen. Um das tun zu können, sind Abstriche im linearen Programm nötig, auch wegen der sinkenden Werbeeinnahmen. Hauptgrund für die Transformation ist das veränderte Medienkonsumverhalten der unter 45-Jährigen. Ziel ist es deshalb, die Inhalte vermehrt über eigene und fremde digitale Plattformen zu verbreiten. 

Unter dem Strich muss Radio und Fernsehen SRF bis 2022 16 Millionen Franken sparen, was mit dem Abbau von 116 Stellen verbunden ist.

Dr. Andreas Jäggi im Gespräch mit Nathalie Wappler (Fotos: Daniel Anderes)