Das Festival Kammermusik Bodensee bietet begeisternde Konzerte voller Entdeckungen
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Das Festival Kammermusik Bodensee bietet begeisternde Konzerte voller Entdeckungen

Datum: 01.09.2022

«Wild und dicht: Das Festival Kammermusik Bodensee startet mit einer Uraufführung und einer Wiederentdeckung.» Unter diesem Titel beschreibt der Musikjournalist Martin Preisser im Tagblatt treffend das Eröffnungskonzert des diesjährigen Festivals, das vom 26. bis 28. August im Konzertsaal des LILIENBERG-Zentrums zahlreiche Musikfreunde begeisterte. 

Vom Pressedienst Festival Kammermusik Bodensee (Text) und Jorim Jaggi (Bilder)

«Nein, dieses Festival ruht sich nicht auf dem gängigen Kammermusikrepertoire aus.» Martin Preisser trifft damit den Kern der Programme unter dem Titel «Wanderer zwischen den Welten», in denen aus Anlass des 150. Geburtstags des schweizerisch-russischen Komponisten Paul Juon dichte und leidenschaftliche Werke aus seiner Feder im Zentrum standen.

Trotz kaum bekannter Werke stiessen die Konzerte auf ein grosses Interesse und fanden allesamt in einem sehr gut besetzten Saal statt. Diese Neugierde der Musikliebhaber freute den künstlerischen Leiter Martin Lucas Staub besonders: «Für mich sind der gute Besuch und die Begeisterung des Publikums nach den Konzerten bis hin zur Standing Ovation am Ende des Festivals ein grosser Vertrauensbeweis.» Neu im Festiva-Programml waren dieses Jahr eine Ausstellung im Foyer des LILIENBERG-Zentrums unter dem Titel «Paul Juon – Bündner Komponist aus Moskau – Spät geboren, früh vergessen, neu entdeckt» und ein Podiumsgespräch mit dem Kulturvermittler Walter Labhart. 

Zu den Neuerungen gehörte auch eine Uraufführung des 1968 in Lausanne geborenen Komponisten Richard Dubugnon. Für sein Klaviersextett «Rundtanz» liess er sich von den Art-brut-Bildern des Schweizer Künstlers Adolf Wölfli inspirieren. «Der Komponist lebt hier seine Lust an einem falschen Walzer aus. Rhythmisch wird man als Zuhörender immer wieder gefoppt und vom schwankenden Charakter des Satzes mitgerissen. Der zweite Satz ist eine wilde Toccata mit vertrackten Rhythmen wie einem 13/8-Takt. Der perkussive Groove des Satzes beflügelte das ausführende Sextett (Angela Golubeva, Rustem Monasypov, Martin Lucas Staub, Grigory Maximenko, Claude Hauri und Richard Dubugnon) zu einer engagierten, pointierten Uraufführung.» So lesen wir es im Tagblatt.

Auch Paul Juons kraftvolles Klaviersextett op. 22 erlebte eine eindrückliche Aufführung, die den Einfluss Tschaikowskys hörbar werden liess. Tschaikowsky bildete denn auch mit seinem «Souvenir d’un lieu cher» op. 42 den virtuosen Auftakt ins Programm, gespielt von der Geigerin Tanja Becker-Bender, die auch den öffentlichen Workshop für junge Geigerinnen erteilte. In der eindrücklichen Matinee Junge Talente vom Sonntagvormittag präsentierten sie ihr Können zusammen mit jungen Musikerinnen der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen und der Pianistin Kateryna Tereshchenko. Der für die Teilnehmerinnen kostenlose Workshop und die Matinee gehören zum traditionellen Engagement des Festivals und des Förderkreises Kammermusik Schweiz für den Nachwuchs.

Im Samstagskonzert standen klangfarbenreiche Tondichtungen im Zentrum: Mit Paul Juons emotionaler Tondichtung «Litaniae» und Arnold Schönbergs zauberhafter «Verklärter Nacht» in einer Transkription für Klaviertrio zogen Angela Golubeva, Sébastien Singer und Martin Lucas Staub die Zuhörer in ihren Bann. Davor führte Silvia Zabarella in Mozarts Oboenquartett und Saint-Saëns Oboensonate mit schwebendem Ton hin zu dieser Traumwelt. 

Den klangfarbenprächtigen Abschluss des Festivals bildete am Sonntag die gefeierte Aufführung von Paul Juons Kammersinfonie op. 27, in der vier Bläser, drei Streicher und das Klavier quasi ein Sinfonieorchester im Taschenformat formen. In der ersten Programmhälfte brillierte Antonio Lagares in Beethovens Hornsonate, Fabio Di Càsola und Rui Lopes traten im Trio Pathétique von Glinka mit Klarinette und Fagott in einen opernhaften Dialog, während die Trio Miniatures von Juon vier Charakterstücke für Klaviertrio vorstellten. 

Zahlreiche Gäste liessen die Konzerte im hervorragenden LILIENBERG-Restaurant bei Speis und Trank ausklingen. Und so konnte Geschäftsleiter Roland Meier am Ende auf ein in jeder Hinsicht erfolgreiches Festival zurückblicken. 

Zusammenfassung im St.Galler Tagblatt

Zusammenfassung bei thurgaukultur

Filmbeitrag über das Festival 2022

Das Festival Kammermusik Bodensee ist zurück auf LILIENBERG vom 25. bis 27. August 2023.
www.kammermusikbodensee.com

Eröffnungsabend vom Freitag, 26. August mit sommerlicher Pausenstimmung