Das Festival Kammermusik Bodensee 2020: in jeder Hinsicht ein voller Erfolg! 
  • News
  • News
  • Das Festival Kammermusik Bodensee 2020: in jeder Hinsicht ein voller Erfolg! 

Das Festival Kammermusik Bodensee 2020: in jeder Hinsicht ein voller Erfolg! 

Datum: 04.09.2020

Dass das Festival Kammermusik Bodensee von Ende August ein so durchschlagender Erfolg werden sollte, durfte aufgrund der besonderen Vorzeichen in diesem Jahr nicht unbedingt erwartet werden. Doch das Publikum kam in Scharen: Die wegen der Corona-Schutzmassnahmen auf 90 Plätze beschränkte Kapazität des Konzertsaals im Lilienberg Zentrum wurde fast vollständig genutzt, drei der vier Konzerte waren sogar ausverkauft. Und auch wenn das Flanieren im Park wegen des Dauerregens für einmal nicht möglich war, genossen die Besucher und die Musiker die Live-Musikerlebnisse sicht- und hörbar in vollen Zügen. 

Pressedienst Festival Kammermusik Bodensee (Text und Bilder)

Das Festival Kammermusik Bodensee nahm das neue Jahrzehnt mit einem frischen und neuen grafischen Auftritt in Angriff. Schwung und Optimismus für den Start in die 20er-Jahre verbreiteten aber auch die musikalischen Programme, die im Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven unter dem Titel «Inspiration Beethoven» standen und mit der Mischung von Bläserbesetzungen, Streichern und Klavier ungewöhnlich farbig instrumentiert waren. 

So eröffnete das Ensemble Bizzotto and Friends das erste Konzert unter dem Titel «Beethoven - seine Vorgänger, sein Meistertrio» mit einem Bläserquartett von Carl Stamitz, bevor sich in Mozarts herrlichem Quintett KV 452 die Pianistin Milana Chernyavska zu den Bläsern gesellte, um das Publikum mit einer brillanten Aufführung zu erfreuen. Das Schweizer Klaviertrio als Gastgeber-Ensemble interpretierte nach der Pause Beethovens grösstes Meisterwerk für Klaviertrio, das sogenannte Erzherzogtrio. Eine Musik voller blühender Melodien und schon beinahe sinfonischer Klangfülle, mit der die drei Musiker grosse Begeisterung auslösten.  

Engagement für den Nachwuchs

Am Samstag vertieften junge Pianistinnen und Pianisten sowie ein Klaviertrio ihr Können in öffentlichen Workshops unter der Leitung der Pianistin Milana Chernyavska und des Bratschisten Alexander Moshnenko. Diese für die Teilnehmer kostenlosen Workshops sowie die Matinee der jungen Talente am Sonntagmorgen gehören zum traditionellen Engagement des Festivals und des Förderkreises Kammermusik Schweiz für den Nachwuchs. Dass die jungen Talente diese Unterstützung in jeder Hinsicht verdienen, zeigte sich in der eindrücklichen Matinee, die anspruchsvolle Klaviermusik von Chopin, Ginastera und Beethoven sowie das erste Klaviertrio von Rachmaninov enthielt. Kein Wunder, dass die jungen Musikerinnen und Musiker viel Applaus ernteten. 
Am Samstagabend nahmen das Schweizer Klaviertrio, verstärkt mit der Bratschistin Ruth Killius und die Bläsersolisten Aargau das Publikum unter dem Motto «Beethoven – seine Zeit, seine Wirkung» mit auf eine emotionale Zeitreise in die Musikstadt Wien, die mit den Variationen op. 44 für Klaviertrio von Beethoven und der Serenade für Bläseroktett von Mozart in der Klassik startete. Der ebenfalls in Wien entstandene Klavierquartettsatz des jungen Gustav Mahler und das durch Skizzen von Mahler angeregte Klavierquartett von Alfred Schnittke führten danach in aufwühlende Emotionen der Spätromantik und in die Abgründe der Musik des 20. Jahrhunderts. Wie der künstlerische Leiter Martin Lucas Staub ankündigte, wurde die Hochspannung im Saal danach wieder gelöst mit der lebensfrohen und heiteren Partita für Bläseroktett des Beethoven-Zeitgenossen Franz Krommer. Auch dieses Werk wurde in Wien komponiert. 

Musikalische Feuerwerke

Der Titel Divertissements versprach für das Schlusskonzert geistreiche Unterhaltung. Das zum Bläserquintett erweiterte Ensemble Bizzotto and Friends, die Pianistin Milana Chernyavska sowie das Schweizer Klaviertrio mit Ruth Killius (Viola), erfüllten diesen Anspruch voll und ganz. Milhauds Suite d‘après Corrette sowie das Pot-pourri fantastico sul Barbiere di Sivliglia di Rossini von Giulio Briccialdi eröffneten das Programm mit heiterer Musik, bevor das funkensprühende Sextett für Bläser und Klavier von Francis Poulenc einen ersten Höhepunkt markierte. Zwei reizende Triominiaturen von Beethoven bildeten das Hors d'œuvre für den virtuosen Schlusspunkt unter das diesjährige Festival, das schwungvoll vorgetragene, hochromantische Klavierquartett op. 47 von Robert Schumann.

Zu diesen musikalischen Feuerwerken passten auch die kulinarischen Genüsse der hervorragenden Küche im renovierten Restaurant LILIENBERG. Zahlreiche Besucher liessen die Konzerte bei Speis und Trank und angeregten Gesprächen ausklingen. Dazu übernachteten einige Musikliebhaber in den modernisierten Gästezimmern des LILIENBERG und genossen so ein inspirierendes musikalisch-kulinarisches Wochenende am Untersee. Am Ende konnten das Team des Festivals Kammermusik Bodensee und Geschäftsleiter Roland Meier trotz der schwierigen Umstände auf ein höchst gelungenes Festival zurückblicken. 

Das Festival Kammermusik Bodensee ist zurück auf LILIENBERG vom 27. bis 29. August 2021,
www. kammermusikbodensee.com

Kurzfilm vom Festival Kammermusik Bodensee 2020 (©Maritta Weide)