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Präzision und Innovationsgeist als Erfolgsfaktoren

11.04.2019

170. Lilienberg Gespräch mit Dr. Jürg Werner, CEO Metall Zug AG

Der CEO der Metall Zug AG, Dr. Jürg Werner, gab Einblick ins erfolgreiche Schaffen des Innerschweizer Firmenkonglomerates. Der Referent strich die Bedeutung von Innovationsgeist und Präzision als Erfolgsfaktoren hervor. Werner meinte, dass es wichtig sei, der Konkurrenz technologisch stets einen Schritt voraus zu sein.

Präzision und Innovationsgeist als Erfolgsfaktoren
Dr. Jürg Werner: «Führen kann sehr kreativ sein!»

Befragt von Moderator Christoph Vollenweider, erklärte Jürg Werner, weshalb er in seinem Berufsleben von einer wissenschaftlichen Tätigkeit in die operative Leitung eines bedeutenden Unternehmens gewechselt hat. «Meine Forschungsarbeit fand primär in den USA statt. Als ich aus privaten Gründen in die Schweiz zurückkehrte, zog es mich in die produzierende Industrie», sagte er.

«In der Industrie hat mich sofort das Kreative gereizt», führte Werner aus. Ein Unternehmen zu führen, sei auch ein kreativer Akt. Werner ist davon überzeugt, dass man das Führen am besten im Rahmen eines Projekts lerne. «In solchen Prozessen tauscht man Argumente aus. Zudem können unterschiedliche Meinungen sehr inspirierend sein», meinte er.

Werner spricht sich für Führung auf gleicher Stufe aus und betont, dass man beim Führen nicht auf Anweisungskraft angewiesen sein sollte. Ursprünglich habe er sich gar nie in einer Führungsposition vorstellen können und habe dies einst auch seinem Vater gesagt.

Innovation ist das A und O

Der Metall-Zug-CEO unterstrich die für ein erfolgreiches Unternehmen enorme Bedeutung von Innovationskraft. Innovation sei das A und O. Es gelte, den Fokus auf den Aufbau von neuen Technologien zu richten. «Man muss der Konkurrenz technologisch stets einen Schritt voraus sein», betonte Werner.

Die Metall Zug AG als Industriekonglomerat investiert quer durch die diversen Produktionssparten in die Digitalisierung. «Wir können dabei innerhalb des Konglomerats diverse Synergien nutzen, vor allem bezüglich Präzision», führte der Gesprächsgast aus. Bisweilen bringe ein Firmenkonglomerat eine gewisse Komplexität mit sich. Es sei darum wichtig, dass sich die Besitzer periodisch mit der Frage befassten, ob man bestimmte Industrieteile wieder in die Freiheit entlassen wolle.

Sich im Konkurrenzkampf behaupten

Jürg Werner zeigte auf, dass die V-Zug in jedem zweiten Schweizer Haushalt mit einem Gerät vertreten und damit in der Sparte Haushaltapparate federführend sei. Seit rund zehn Jahren engagiere sich das Unternehmen auch im Ausland, dort aber vor allem beim Küchenbau im höheren Preis- beziehungsweise Luxussegmenten. Derzeit sei man in China mit einem grösseren Vorhaben präsent.

Der CEO unterstrich die Vorzüge des Handelsabkommens mit China. «Da hat die Schweiz wirklich gut verhandelt», betonte der gebürtige Zürcher. Bezüglich des EU-Rahmenabkommens bedauert er es, dass die Schweiz vor einer Wahl stehe. «Schweizer Unternehmen benötigen auch eine freie Handelsbeziehung mit der EU, doch die EU will ihre Vorschriften exportieren. Darüber mache ich mir Sorgen», sagte er. Der beste Schweizer Trumpf sei das freie Unternehmertum.

Zu viele Regulierungen

Werner bedauert die zahlreichen Regulierungen hierzulande. «Der Swiss Finish ist für Unternehmen in der Industrie ein Problem» unterstrich er. Auf die Frage, ob die Metall Zug AG weitere Akquisitionen ins Auge fasse, meinte der CEO, dass das Unternehmen «immer etwas im Visier» habe. «Der Zukauf eines Unternehmens muss aber etwas bringen. Vor allem geht es um Zugewinn von Know-how», betonte Werner. Umsatzmaximierung stehe nicht an erster Stelle.

Die Konkurrenz ernst nehmen

Aus dem Publikum gab es diverse Fragen an den Chef der Metall Zug AG. Jemand wollte wissen, wie die Politik in die Pflicht genommen werden könne, um auch weiterhin gute Exportbedingungen vorzufinden. Jürg Werner antwortete, dass es enorm wichtig sei, über gut verhandelte Handlungsvereinbarungen zu verfügen. «Ebenso wichtig sind aber gute Rahmenbedingungen in der Schweiz und damit auch weniger regulatorische Belastungen», führte er aus. Die Metall-Zug AG beschäftige vor allem deswegen zwei voll ausgelastete Juristen.

Präzision und Innovationsgeist als Erfolgsfaktoren
Dr. Jürg Werner (rechts) und Moderator Christoph Vollenweider.

Eine andere Person wollte wissen, wie sich Metall-Zug AG für den Wettbewerb rüste. Werner betonte, dass Konkurrenz aus dem Ausland eine Herausforderung darstelle. Werner: «Ich schöpfe aber auch Kraft aus Erfahrungen, die wir als Unternehmen gemacht haben. Wir nehmen die Konkurrenz zwar ernst, erstarren aber nicht in Ehrfurcht.»

Ein weiterer Zuhörer fragte, ob die Lebensdauer von Haushaltapparaten künftig kürzer sei als wie bisher 15 bis 20 Jahre. Werner glaubt, dass dies nicht der Fall sein werde. Auch aufgrund der gegenwärtigen Energiediskussionen und der Tatsache, dass «die einstigen Energieschleudern» mittlerweile alle ersetzt worden sein dürften, mache ein langlebiges Design durchaus Sinn. Es gelte im Zeitalter der Digitalisierung jedoch verstärkt auf eine update-fähige IT-Technologie zu setzen.

Lilienberg Gespräch vom 3. April 2019 mit Dr. Jürg Werner, CEO Metall Zug AG; Moderation: Christoph Vollenweider, Leiter Programm und Publikationen. 

Zur Person Jürg Werner

Jürg Werner ist seit Juni 2012 CEO der Metall Zug AG. Seit September 2013 wirkt er ausserdem als Verwaltungsratspräsident der Metall-Zug-Tochter V-Zug AG. Diese hatte er zuvor während rund drei Jahren als CEO geführt. Der heute 62-Jährige hat einen ETH-Abschluss als Doktor der technischen Wissenschaften. Später hat er an der HWV Luzern auch noch ein Nachdiplomstudium in Unternehmensführung abgeschlossen. Werner erachtet die Ausbildung in der Schweiz im Vergleich mit dem Ausland als  breitbandiger. «Das, was ich in meinem Studium gelernt habe, konnte ich in meinem Berufsalltag auch gebrauchen», sagt er.

Vor seiner Wahl zum CEO der V-Zug war Jürg Werner beim selben Unternehmen während 13 Jahren Leiter des Departements Forschung und Entwicklung. 1989 bis 1996 wirkte er als Leiter der Brandmelder-Entwicklung bei der Cerberus AG in Männedorf und 1987 bis 1989 als Forscher bei Bell Communications Research Inc. in den USA. Seine berufliche Karriere startete Jürg Werner 1981 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich, eine Aufgabe, die er während sechs Jahren ausübte.

Jürg Werner ist heute ausserdem unter anderem noch Präsident der Schweizerischen Normenvereinigung, und er gehört dem Vorstand des Wirtschaftsdachverbandes economiesuisse und des Vereins Technologie Forum Zug an.

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