see_1920x370-(1).jpg

«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»

Andreas Widmer 27.11.2018

Ob Privathaus oder Atomkraftwerk: Moderne elektronische Sicherheitssysteme sind heute nicht mehr wegzudenken und helfen wirkungsvoll, unser Eigentum oder wichtige Infrastrukturen zu schützen. Mit prädictive Policing, oder deutsch vorhersagender Polizeiarbeit, lassen sich Risikogebiete für Einbrüche schon vorausschauend erkennen.

«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
Vorausschauende Polizeiarbeit: Man will die Bösewichte nicht erst nach der Tat erwischen, sondern bereits vorher erkennen, wo und wann sie etwas im Schilde führen. (Karikatur: Oldrich Jelinek, www.computerwoche.de)

Man glaubt es kaum: Zahlreiche Menschen - nicht nur in ländlichen Gebieten - schliessen ihre Haustüre bewusst nicht ab, sondern vertrauen auf die Ehrlichkeit ihrer Mitmenschen. Dieses Verhalten ist allerdings stark rückläufig, obwohl die Zahl der Einbruchdiebstähle nach einem massiven Anstieg seit einigen Jahren wieder rückläufig ist. Der Bedarf nach Sicherheit von Hab und Gut oder Geschäftssachen ist höher denn je und erfordert Überlegungen, wie ihr Schutz gewährleistet werden kann. Ein bissiger Hund, aufmerksame Nachbarschaft oder die Polizeipräsenz, welche in der dunkleren Jahreszeit gezielt verstärkt wird, sind mögliche Abwehrmassnahmen. Auch stabile und widerstandsfähige Türen und Fenster sind wichtig. Immer häufiger gelangen aber auch elektronische Alarmanlagen oder Schliesssysteme zum Einsatz. 

Christian Künzler, Inhaber der Künzler & Partners AG, konnte den interessierten Lilienberg Besuchern nicht nur die wesentlichen Zusammenhänge moderner Sicherheitssysteme erklären, sondern auf Grund  seiner beruflichen Tätigkeit auch mit zahlreichen interessanten Beispielen aufwarten.

Prinzip der Sicherheit

Werte, die man vor Zugriff schützen will, muss man mit einer Art Schutzwall, zum Beispiel einer Mauer oder einem Tresor, umfassen. Dennoch ist es nie ganz unmöglich, an die Wertsachen zu gelangen. Es ist lediglich eine Frage des Mitteleinsatzes und des Zeitbedarfs. Der Grundsatz für die Qualität einer Schutzmassnahme ist deshalb klar: Die Zeit, um eine solche Barriere zu durchdringen, muss länger sein als die Zeit für die Alarmierung und die anschliessende Intervention durch die aufgebotenen Sicherheitskräfte. Wenn also in eine Bijouterie eingebrochen wird, muss die Polizei beim ersten Hammerschlag alarmiert werden und dann am Tatort erscheinen, bevor die Täterschaft mit den Wertsachen geflüchtet ist.

Durchgang als Schwachstelle

Man kann seine Wertgegenstände aber nicht einfach rund um die Uhr dicht einmauern, denn man möchte sie ja auch nutzen. Deshalb ist immer ein Durchgang durch die Schutzbarriere nötig. Dieser ist zugleich auch ein wesentlicher Schwachpunkt, und er muss deshalb mit einer geeigneten Zutrittskontrolle versehen werden, die den Eintritt unberechtigter Personen verhindert. Dafür kommen nebst einem direkten Wächter wie einem Portier immer häufiger elektronische Zutrittskontrollsysteme zum Einsatz. Bei der Authentifizierung von Personen wurden zuletzt mit der Biometrie, also der Vermessung von Personenmerkmalen mittels Videotechnik, gewaltige Fortschritte erzielt. Auch Schleusen, die nur eine Person allein passieren lassen, können effizient eingesetzt werden.

Letztlich darf man sich aber nicht täuschen: Elektronische Sicherheitssysteme können unterstützend wirken. Der grösste Risikofaktor im System ist und bleibt der Mensch selbst. Denn dieser fällt die Entscheide über die Zutrittsrechte und programmiert die Elektronik.

Vorbeugen ist besser

Wer ausschliesslich auf eine gute Diebstahlversicherung setzt, wird zwar für den erlittenen Schaden – zumindest teilweise – entschädigt; Ärger und Umtriebe hat er aber trotzdem. Einbrüche sind ein gravierendes Delikt in unserer Gesellschaft, da sie sehr zahlreich sind (6 bis 10 Prozent aller Delikte) und eine tiefe Aufklärungsrate von nur rund 10 Prozent haben. Viele Menschen werden durch einen Einbruch zudem auch traumatisiert, denn sie wurden mit der Tat in ihrer Intimsphäre verletzt.

Prophylaktische Massnahmen sind also gefragt. Einen interessanten Ansatz, die sogenannte «vorhersagebasierte Polizeiarbeit» verfolgt die Stadtpolizei Zürich seit längerer Zeit mit grossem  Erfolg. Dominik A. Balogh, Chef Analyse und Entwicklung der Stadtpolizei Zürich, verstand es ausgezeichnet, das Lilienberg Publikum in dieses komplexe System einzuführen.

Die Muster von Serieneinbrechern erkennen

Die Grundidee von prädiktiver (vorausschauender) Polizeiarbeit mutet beinahe an wie in einem Science-Fiction-Film: Man will die Bösewichte nicht erst nach der Tat oder in flagranti erwischen, sondern bereits vor der Tat erkennen, wo sie etwas im Schilde führen. Mit PRECOBS (Precrime Observation System) werden zuerst alle erfolgten Wohnungseinbrüche anhand verschiedener Kriterien sehr strukturiert erfasst.

Die Qualität dieser Daten ist der Schlüsselfaktor für eine anschliessende elektronische Auswertung. Als Ergebnis wird dabei nicht eine exakte Vorhersage erstellt, man kann also nicht die genaue Adresse des nächsten Einbruchs errechnen. Aber es ergeben sich schnell Muster von Serieneinbrechern. Damit können vorhersagebasierte Interventionen in erkannten Risikogebieten erfolgen. Durch eine effektivere Planung und Einsatzführung sinkt in der Folge die Anzahl der Einbrüche signifikant, in der Stadt Zürich beispielsweise um rund ein Drittel. Nachdem die Stadtpolizei Zürich derart gute Erfolge erzielt hat, werden weitere Polizeikorps das System nun ebenfalls einführen.

Zyklus «Innere Sicherheit»; Unternehmerisches Gespräch vom 14. November 2018 «Moderne Elektroniksysteme zur Verbesserung unserer Sicherheit» mit Christian Künzler, Inhaber Künzler & Partners AG, The Security & Safety Process You Need, Biel, und Dominik A. Balogh, Chef Analyse und Entwicklung Stadtpolizei Zürich; Moderation: Andreas Widmer (Aktionsfeld Sicherheit & Armee).

St. Florian beim Einbruchschutz

Es ist offenkundig, dass ein Wohnungseinbrecher stets den Weg des geringsten Widerstands geht. Er versucht, sich in möglichst kurzer Zeit den Zugang zum Objekt zu verschaffen und dabei unerkannt zu bleiben. Gut gesicherte Liegenschaften oder Gebiete mit hoher Präsenz meidet er. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass sowohl die Eigentümer als auch die Polizeikorps stetig aufrüsten - und die Bösewichte so auf andere Gebiete ausweichen.

«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
«Ich weiss, was du morgen Nacht getan haben wirst!»
< Zurück
facebook LinkedIn