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Das Saxofon einem breiten Publikum näher gebracht

08.11.2018

Die Saxofonistin Valentine Michaud und die Pianistin Akvilė Šileikaitė traten als Duo Akmi beim letzten Lilienberg Rezital des Jahres 2018 auf. Mit Talent und Leidenschaft präsentierte die 25-jährige Französin ein vielseitiges Programm mit romantischen Werken aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie zeitgenössischen Kompositionen. Die ein Jahr ältere Lettin stand ihr am Klavier mit viel Vitalität zur Seite.

Das Saxofon einem breiten Publikum näher gebracht
Valentine Michaud (links) und Akvilė Šileikaitė mit Moderator Andreas Müller-Crepon.

«Ich will das Saxofon einem breiten Publikum näher bringen und das Repertoire meines Instruments zusammen mit Komponisten der Gegenwart erweitern», liess sich Valentine Michaud kürzlich in einem Porträt von Migros Kulturprozent zitieren. Da passte es wunderbar, dass beim Herbst-Rezital neben den Förderern und Freunden des Lilienberg erstmals auch Nicht-Mitglieder als Gäste im Saal sassen. Die Rezitale sind neu nämlich öffentlich. Gegen einen bescheidenen Kostenbeitrag dürfen nun alle Liebhaber der klassischen Musik die Konzerte besuchen.

Die insgesamt gut 100 Besucher kamen an diesem kühlen November-Abend in den Genuss einer hochstehenden Darbietung. Valentine Michaud zog auf ihrem Saxofon sämtliche Register und überzeugte mit hinreissenden Interpretationen.

Von Transkriptionen bis zu Zeitgenössischem

Das Repertoire für das Saxofon ist zwar immer noch beschränkt, aber längst machen das die Saxofonisten durch Transkriptionen wett.  «Ich setze mich für den Reichtum und die Vielseitigkeit des Saxofon-Repertoires ein, von Transkriptionen klassischer Stücke über moderne Werke bis zur Kreation neuer Darbietungen», betonte Valentine Michaud, befragt von Moderator Andreas Müller-Crepon.

Zu den Transkriptionen gehört etwa die Fassung für Altsaxofon und Klavier des Stücks «Chant du Ménestrel», das der romantisch geprägte russische Komponist Alexander Glasunow vor bald 120 Jahren im Original für Cello und Orchester schrieb. Das lyrische und ausdrucksstarke, leicht melancholische Werk zeugt von den melodischen Qualitäten des Komponisten. Es machte den Auftakt des Rezitals.

Eine andere Transkription hat der Fribourger Saxofonist Valentin Oberson (* 1986) von Paul Hindemiths Sonate für Bratsche und Klavier angefertigt. Für das Publikum klang sie wie eine Originalkomposition. Die Musikerinnen überzeugten in den facettenreichen, impressionistisch inspirierten Klangbildern.

Enge Zusammenarbeit mit den Komponisten

Zu den von Valentine Michaud erwähnten neuen Repertoires zählen auch die «Very Important Things» des Zürcher Saxofonisten Rico Gubler (* 1972). Die sieben kurzen Charakterstücke für Saxofon und Klavier – Michaud und Šileikaitė spielten fünf davon sind einzelnen Gegenständen im engeren (Giesskanne, Rotauge) oder im weiteren Sinne (Hafenbehörde, Gymnastics, Dodo) gewidmet.

All diese Gegenstände erhalten ein liebevolles augenzwinkerndes Porträt in einer avancierten Musiksprache. Gubler hat die Stücke zu Ehren des Komponisten Erik Satie geschrieben. Neben Titeln wie Gymnastics oder dem Nachruf auf den ausgestorbenen Vogel Dodo ist es vor allem der Umstand, dass jedem Stück ein beschreibender, nüchterner Text vorangeht, welcher – in seiner Distanz zum darauffolgenden musikalischen Ereignis – an Satie erinnert. Der jeweilige Text wurde am Rezital übrigens von den beiden Künstlerinnen poetisch vorgetragen.

Seinen Abschluss fand das gelungene Konzert mit einer der ältesten Saxofon-Kompositionen überhaupt, einem kammermusikalischen Werk von Jules Auguste Demersseman (1860). Krönende Zugabe bildete ein Abschnitt aus der «Fantasie Brillante sur des Airs de Carmen» von François Born. Wie Valentine Michaud von zart schmelzenden Klängen in mühelose Virtuosität wechselte, wie sie mit ihrer Pianistin jede Nuance auskostete, war wie ein hinreissendes Fazit alles zuvor Gespielten. 

Kurzum: Valentine Michaud zeigte mit einem sehr farbigen Spektrum, was sich auf dem Saxofon alles machen lässt. Die Künstlerin spielt kraftvoll und mit Leidenschaft, sie setzt auch gern visuelle Elemente ein, und sie verkörpert so einen jungen Musikertyp. Als Zuhörer kam man in den Genuss eines Programms mit gefühlvoller und melancholischer, aber auch humorvoller und lebendiger Musik.

Lilienberg Rezital vom 6. November 2018 mit Valentine Michaud (Saxofon) und Akvilė Šileikaitė (Klavier); Gastgeber: Lilienberg Unternehmerforum, vertreten durch Susanne Rau-Reist; Moderation: Andreas Müller-Crepon.

Die Künstlerinnen

Valentine Michaud erhielt ab dem 8. Altersjahr Saxofon-Unterricht. Mit 16 nahm sie das Studium in Lausanne auf. Ab 2015 studierte sie an der Zürcher Hochschule der Künste, die sie 2017 mit einem «Master of Arts in Specialized Music Performance» abschloss. Parallel dazu absolvierte sie in Paris den Studiengang der Musikwissenschaft und beendete ihn als Bachelor; 2015 folgte der Master im Fach Musikpädagogik.

2016 wurde Michaud mit dem «Prix Credit Suisse Jeunes Solistes» ausgezeichnet. 2018 erhielt sie eine Goldmedaille bei der Berliner «International Music Competition». Auch im Duo Akmi, das sie seit 2015 mit der Pianistin Akvilė Šileikaitė bildet, wurde sie mehrfach preisgekrönt: 2016 gewannen die beiden, die sich während des Studiums an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) kennengelernt hatten, die «Orpheus Swiss Chamber Music Competition». Erst kürzlich folgte der Zweite Preis beim italienischen «Concorso Internazionale di Musica da Camera Salieri-Zinetti».

Michaud interessiert sich für spartenübergreifende Vorhaben: Zusammen mit einem Maler, einem Live-Elektroniker, zwei Tänzern und einem weiteren Saxofonisten kreierte sie das Projekt «Glitch», das im Juni 2016 am Zürcher Theater der Künste uraufgeführt wurde. Konzerte mit einem Repertoire vom Barock bis zur Moderne führten Michaud nach Moskau, und Wien, in die Zürcher Tonhalle und die Opéra de Lausanne. Sie unterrichtet am Conservatoire Populaire de Musique de Genève und in Instrumentalkursen für junge Musiker.

Akvilė Šileikaitė studierte Klavier und Malerei in Klaipėda. Sie graduierte 2015 als Bachelor im Fach Klavier an der Litauischen Akademie für Musik und Theater. Danach wechselte sie an die Zürcher Hochschule der Künste. Sie ging als Preisträgerin aus über 15 internationalen Klavier- und Malereiwettbewerben hervor. Als Solistin und in diversen Kammermusikensembles trat sie in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Polen und Russland auf. 2017 debütierte sie in der Tonhalle Zürich. Ihr Repertoire erstreckt sich vom Barock bis zur Musik der Gegenwart. Sie konzertiert mit dem Orchester der ZHdK.

Šileikaitė wirkt regelmässig an Wohltätigkeitskonzerten für krebskranke Kinder mit. Als bildende Künstlerin präsentierte sie ihre Werke 2005 in Litauen erstmals im Rahmen einer eigenen Ausstellung. In der Schweiz wird sie von der Alfred und Bertha Zangger-Weber-Stiftung und der Marguerite Meister Stiftung gefördert.

Das Saxofon einem breiten Publikum näher gebracht
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