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«Wir ehren Menschen, die von unternehmerischem Geist beflügelt sind»

Publiziert am 7.10.2019
«Wir ehren Menschen, die von unternehmerischem Geist beflügelt sind»

Unser Bild zeigt die Preisträger des Carunternehmens Madörin zusammen mit den Hauptverantwortlichen des Lilienberg Unternehmerforums. Von links: Christoph Vollenweider, Johanna Madörin, Simon Madörin, Dr. h.c. Walter Reist, Daniel Anderes, Anneliese Madörin und Walter Madörin.

Als die Familie gehört hätte, dass sie für den Preis nominiert sei, habe er im Internet recherchiert und die Apfelcar AG mit den anderen möglichen Preisträgern verglichen, sagte Simon Madörin. «Ich stellte damals fest: Uns fehlen gegenüber den anderen Bewerbern die akademischen Titel.»

Den Erfolg im Unternehmen wolle die Familie nicht alleine für sich verbuchen, meinte Madörin. Mitarbeiter, Kunden, Berater und die politische Gemeinde haben die Firma zu dem gemacht, was sie heute sei. «Der Lilienberg Preis motiviert uns, den Faktoren Sorge zu tragen, die uns stark gemacht haben.»

Vom Bauernhof zum Carunternehmen

Lilienberg hat im Laufe seines 30-jährigen Bestehens bei der Preisverleihung einzelne Unternehmer, Nachwuchsleute oder unternehmerisch geführte Institutionen berücksichtigt. Ende September 2019 überreichte Stiftungsratspräsident Walter Reist den Preis zum ersten Mal einer ganzen Unternehmerfamilie. Bereits sind es zwei, gar drei Generationen, die die Apfelcar prägen. Als Walter und Ruth Madörin 1962 als Bauernfamilie von Ittingen (BL) nach Märstetten (TG) zogen, sah es nicht danach aus, dass sie einmal ein erfolgreiches Carunternehmen in der Familie haben werden.

Als erste Bauernfamilie weitherum begannen die Madörins mit dem Direktverkauf von Produkten. Ein Jahr später bot Walter Madörin Fahrten mit Pferdewagen an. 1979 baute die Familie ein Stickstofflager für die Lagerung von Äpfeln. 13 Jahre später machte Walter Madörin Junior – unterdessen Senior – die Carprüfung. Danach kaufte die Familie den ersten Car, es folgten noch weitere. Der Grundstein für die Apfelcar AG war gelegt.

Später folgte im familiären Unternehmen ein entscheidender Schritt: Madörins teilten die Hofgemeinschaft in verschiedene Betriebszweige, die an die drei Vertreter der zweiten Generation übertragen wurden. Das Wachstum des Unternehmens wurde dadurch ermöglicht, dass es bereits früh einen Generationenwechsel gab und die dritte Generation zum Zuge kam. Heute verfügt die Apfelcar AG über 24 Fahrzeuge samt Anhängern. Die Firma beschäftigt sechs Festangestellte und zehn Aushilfschauffeure.

Drei Generationen im Unternehmen

Lilienberg Programmleiter Christoph Vollenweider ehrte das Unternehmen und lobte die Familien: «Die Basis des Unternehmens war das Zusammenleben von drei Generationen auf dem Bauernhof.» Die Familien seien von christlichen Werten geprägt, die nicht gepredigt würden, sondern gelebt, sagte er weiter.

Vollenweider meinte, dass wir es mit Menschen zu tun hätten, die das Unternehmen durch Initiative und Verantwortung weiterbrachten. Er fasste zusammen: «Wir ehren heute nicht ein grosses und renommiertes Unternehmen, sondern Menschen, die von einem unternehmerischen Geist beflügelt sind und es fertig brachten, einen Mehrwert in wirtschaftlicher Hinsicht zu schaffen.»

Text: Bruno Fuchs
Bild: Rositha Noebel

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