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Raymond J. Bär: «Unsere Bank hatte einige Sünden aufzuarbeiten!»

Publiziert am 29.5.2018
Raymond J. Bär: «Unsere Bank hatte einige Sünden aufzuarbeiten!»

Für Raymond J. Bär (rechts) ist es auch heute noch nicht nachvollziehbar, weshalb der Bank Julius Bär im Zuge der Massnahmen der USA auch gegen Schweizer Finanzinstitute eine derart hohe Busse auferlegt worden sein. «Klar, auch unsere Bank hatte da einige Sünden, die es aufzuarbeiten galt. Da stand vor allem die Steuerthematik im Vordergrund. Aber 500 Millionen Franken Busse? Das war enorm viel Geld, und auch wir litten darunter», betonte er. Man habe wähend fünf Jahren kooperativ verhandelt, «aber ein Discount wurde uns nicht gewährt». Aufgrund der plötzlich als aggressiv erlebten Vorgehensweise der USA sei ein bisher als Kavaliersdelikt einzustufendes Vergehen plötzlich kein Kavaliersdelikt mehr gewesen.

Als Ehrenpräsident der Julius Bär Gruppe sei der Rat von Raymond J. Bär bestimmt oft gefragt, mutmasste Moderator Christoph Vollenweider (links). Ein klares Pflichtenheft für seine Funktion als Ehrenpräsident gebe es nicht. Er lese auch die Protokolle nicht, sei aber nach wie vor sehr gut vernetzt. «Der Verwaltungsrat trägt die Verantwortung, aber wenn einmal ein Rat von mir gefragt ist, dann weiche ich dem nicht aus», erzählte er.

Als es darum gegangen sei, einen neuen CEO in der Julius-Bär-Gruppe zu ernennen, habe sich letztlich der interne Kandidat durchgesetzt. Bär: «Die kulturellen Aspekte sind bisweilen höher zu gewichten als die Finanzkompetenz. Wenn denn das Potenzial zum Lernen vorhanden ist.» Externe Kandidaten, so Bär, müssten deshalb «mindestens einen Drittel besser sein als interne.»

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