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Kriminologe Martin Killias: «Im Strafrecht werden falsche Prioritäten gesetzt!»

Publiziert am 13.11.2018
Kriminologe Martin Killias: «Im Strafrecht werden falsche Prioritäten gesetzt!»

Im ersten Teil des Gesprächs ging es ums Strafrecht. Wie sich dieser Teil des Rechts in den vergangenen 50 Jahren entwickelte, damit hat Martin Killias (Bild) «etwas Mühe». Es werde heute im Umgang mit Beschuldigten viel zu viel Gewicht auf Behandlung gelegt und zu wenig auf Strafen, Rechtsdurchsetzung und das Wiederherstellen von Gerechtigkeit. Doch es brauche Strafen, denn, so die Überzeugung des Gastes aufgrund von jahrzehntelanger Erfahrung auf diesem Gebiet, «wenn es negative Konsequenzen gibt, ist das verhaltenssteuernd und abschreckend».

Kurz: Killias glaubt an den Erfolg von Auflagen und Strenge. Und das oft gehörte Argument, ein Gefängnisaufenthalt lasse die Betroffenen danach nie wieder richtig Fuss fassen, «das stimmt einfach nicht».

Seit rund eineinhalb Jahren ist Killias auch Präsident des Schweizer Heimatschutzes. Er wünscht sich, dass «die Identität unseres Landes, unserer Dörfer zu wahren» ein Anliegen von Politikerinnen und Politikern aus allen Lagern wird. Und dass, wer baut, nicht die Individualität über alles stelle, sondern dass  «aufs Ganze, auf die Siedlung» geachtet werde, sodass ein einheiltiches Bild etwa eines Strassenzugs entstehe.

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