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Tagesschulen ermöglichen eine ganzheitliche Bildung und entlasten die Eltern bei der Zeitplanung

24.01.2017

Kinderlose Paare arbeiten in der Regel und würden nach der Geburt eines Kindes gerne weiter der Arbeit nachgehen. Doch die Realität ist eine andere. Meist bleiben die Mütter bei den Kindern. Die Angebote für Tagesstrukturen befriedigen sie nicht. Die IG Pro Tagesschule will das ändern.

Tagesschulen ermöglichen eine ganzheitliche Bildung und entlasten die Eltern bei der Zeitplanung
Ursula Rellstab (links) und Barbara Custer von der IG Pro Tagesschule diskutieren mit dem Publizisten, Journalisten und Pädagogen Bruno Fuchs.

Rund um Tagesschulen gibt es nur Gewinner: Kinder sind über Mittag und in der schulfreien Zeit optimal betreut; Väter und Mütter können die Arbeit und ihre freie Zeit flexibler planen und haben ein ruhiges Gefühl, weil sie wissen, dass ihre Kinder in guten Händen sind; der Arbeitgeber beschäftigt Arbeitnehmer, die sich auf die Arbeit konzentrieren können. Wirtschaft und Gesellschaft ziehen ebenfalls einen Nutzen aus Tagesschulen: Qualifizierte Frauen überlegen sich eher, nach der Geburt eines Kindes wieder eine Arbeit zu suchen oder ihr Pensum zu erhöhen.

Die IG Pro Tagesschule und das Lilienberg Unternehmerforum veranstalteten ein Kolloquium mit dem Titel «Mehr qualifizierte Frauen in den Unternehmen – die Tagesschule als Königsweg». Die IG fordert die Einführung von fakultativen Tageschulen in allen Gemeinden. Moderator Christoph Vollenweider sagte zur Veranstaltung: «Die Einführung von Tagesschulen ist für die Unternehmer wichtig. Das muss einer breiten Öffentlichkeit bewusst werden.»

Obwohl Tagesschulen eigentlich nur Gewinner kennen, setzen sich Schulen mit diesem Betreuungsmodell kaum durch. Laut einer Studie von Professor René Levy von der Universität Lausanne sind kinderlose Paare berufstätig und möchten das grundsätzlich auch bleiben, wenn ein Kind zur Welt kommt. Doch nach der Geburt eines Kindes sieht es oft  anders aus: Die Frau gibt die Arbeit in der Regel auf und steigt später mit einem kleinen Arbeitspensum wieder in den Beruf ein. Meist bemängelt sie laut Levy die Angebote von Tagesstrukturen. Franziska Frey-Wettstein, Politikerin und Mitglied der IG Pro Tagesschule, nannte noch einen weiteren Grund, weshalb die Frauen nicht mehr berufstätig sein wollen: «Viele Frauen denken heute noch, sie seien nur dann eine gute Mutter, wenn sie sich aufopfern und sich rund um die Uhr um den Nachwuchs kümmern.»  

Bildung und Betreuung unter einem Dach

Die IG fordert nicht einfach nur Tagesstrukturen, sondern Tagesschulen. Das hat seinen Grund: Die Tagesschule und der Unterricht sind unter einem Dach und gehören zu einem gesamtpädagogischen Konzept der Schule. Eine gute Bildung von kognitivem und sozialem Lernen steht im Zentrum. Lehr- und Betreuungspersonen arbeiten eng zusammen – oft sind Lehrpersonen in der Betreuung eingebunden. Das fördert eine gute Beziehung zu den Kindern. Barbara Custer, Pädagogin und Mitglied der IG, sieht klare Vorteile bei der Tagesschule und sagte: «Die Tagesschule bietet den Eltern Planungssicherheit. Sie ermöglicht den Kindern eine konstante Gruppe von Bezugspersonen und eine ganzheitliche Bildung.» Schulen mit Tagesstrukturen verfügen über Angebote wie Hort, Aufgabenhilfe, Kurse sowie Morgen- und Mittagstisch. Die Eltern wählen die kostenpflichtigen Angebote aus und melden die Kinder an. Es liegt im Ermessen der Gemeinden, ob sie eine Tagesstruktur oder Tagesschulen anbieten.

Schwierig, Familie und Beruf auf einen Nenner zu bringen

Erich Müller Vils ist Ökonom und Vater von drei schulpflichtigen Kindern. Er verschaffte sich Luft, als er sagte: «Wenn man mehrere Kinder hat, ist es Horror, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.» Ihm machen die unterschiedlichen Stundenpläne der Schulstufen zu schaffen. Ist eines seiner Kinder krank und muss es zu Hause betreut werden, steht er und seine Frau vor fast unlösbaren Problemen – es sei denn, eine Bekannte kann für das kranke Kind sorgen.

Je nach Einkommen der Eltern schwanken die Kosten von Tagesschulen erheblich. Der Tarif für Eltern basiert auf einem Konzept: Eltern können einzelne Module buchen. Diese unterscheiden sich in der Betreuung und der Verpflegung. Trotz Subventionen überlegen sich die Eltern, ob sie sich eine Tagesschule für ihr Kind leisten wollen.

80 Prozent der Kosten von Tagesschulen werden für die Löhne des Personals verwendet, 20 Prozent sind Sachkosten (Lebensmittel und Miete). Die höchste Belegung im Hort oder einer Tageschule ist über den Mittag, wenn die Kinder die Mahlzeit einnehmen. Zu diesem Zeitpunkt wird am meisten Personal benötigt, was nicht immer einfach ist, für eine Stunde Arbeit jemanden zu finden. In der Stadt Zürich wird eine Lehrperson für 45 Minuten Betreuung mit einer halben Schullektion entschädigt.

Bewusstsein für Tagesschulen wecken

Ursula Rellstab, Publizistin und Mitglied der IG Pro-Tagesschule fragte: Wie muss die Arbeit in der IG weitergehen? «Wir müssen innerhalb eines Unternehmens das Bewusstsein schaffen, wie nötig Tagesschulen sind.» Möglicherweise wollen grössere Betriebe an ihrem Standort keinen politischen Druck auf Schulen ausüben, damit sie Tagesschulen öffnen, sagte sie. Bei nicht schulpflichtigen Kindern war die Öffnung von Krippenplätzen einfacher, weil diese mehrheitlich privat geführt werden. Rellstab ist überzeugt: Familienfrauen tun einem Betrieb gut, weil sie gelernt haben, flexibel auf unterschiedliche und sich verändernde Situationen einzustellen.

BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti ist Schulpräsidentin in Volketswil und sagte: «Eltern müssen für Tagesschulen aktiv werden und politischen Druck ausüben. Ein wichtiges Problem sieht sie in der Finanzierung. Sie versteht Eltern, die aus finanziellen Gründen ihre Kinder nicht an einer Tagesschule anmelden. Quadranti und die übrigen Teilnehmer des Kolloquiums sehen trotzdem einen Hoffnungsschimmer. Mit der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative steht plötzlich die Arbeitsintegration von Schweizer Frauen im Zentrum. Damit dieser Prozess gelingen kann, muss für Betreuungsplätze der Kinder gesorgt sein.

Lilienberg Kolloquium vom 16. Januar 2017 «Mehr qualifizierte Frauen in den Unternehmen – die Tagesschule als Königsweg»; mit Erich Müller Vils, Ökonom, Zürich, Franziska Frey-Wettstein, Politikerin, IG Pro Tagesschulen, Ursula Rellstab, Publizist, IG Pro Tagesschulen, und Barbara Custer, Pädagogin, IG Pro Tagesschulen; Moderation: Christoph Vollenweider, Leiter Unternehmertum; Zusammenfassung: Bruno Fuchs.

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