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Sicherheit im Thurgau: Die Kantonspolizei sorgt dafür!

Andreas Widmer 25.01.2017

Die organisierte und grenzüberschreitende Kriminalität, aber auch Terrorismus und Gewaltextremismus sind auf dem Vormarsch. Die Polizei als wichtiges Instrument der Inneren Sicherheit und als Teil des Verbundsystems des Bevölkerungsschutzes steht deshalb auch im Kanton Thurgau vor wachsenden Herausforderungen. Dabei sind die Ressourcen der kantonalen Korps grundsätzlich auf normale Lagen ausgerichtet.

Sicherheit im Thurgau: Die Kantonspolizei sorgt dafür!
Trotz der pointierten Fragen von Moderator Andreas Widmer (rechts) war der neue Kommandant der KAPO Thurgau, Jürg Zingg, im Anschluss an das Gespräch immer noch gut gelaunt.

Rund 270'000 Personen wohnen im Kanton Thurgau - alle haben das Bedürfnis nach Sicherheit. Dafür setzt sich die Kantonspolizei Thurgau das ganze Jahr rund um die Uhr ein. Die Herausforderungen für die Beamten an der Front und in den verschiedenen Diensten werden dabei stets anspruchsvoller. So nimmt die kantonale Notrufzentrale täglich etwa 160 Notrufe pro Tag entgegen und 470 Polizistinnen und Polizisten bearbeiten diese anschliessend.

Diese Arbeit findet zu einem grossen Teil auch im Verborgenen statt. Dabei sind das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Polizei. Der Kanton Thurgau verfügt mit 28 Polizeiposten über ein vergleichsweise dichtes Netz. Dieses wird überlagert durch sechs Regionenpatrouillen, die permanent im Einsatz sind. Allerdings sollen die Polizisten nicht nur fahrend in Erscheinung treten, sondern vermehrt auch zu Fuss und an den Orten des täglichen Lebens. So wird die Hürde für die Kontaktaufnahme mit den Beamten deutlich herabgesetzt. Mit diesen Mitteln wird die polizeiliche Grundversorgung im Thurgau vollumfänglich sichergestellt und eine ständige Einsatzbereitschaft für rasche Interventionen und Hilfeleistungen ist gewährleitstet.

Der Bodenseeraum ist eine der sichersten Regionen Europas. Dies ist insbesondere der ausgezeichneten Vernetzung der Sicherheitsorgane auf allen Stufen zuzuschreiben, der direkte Kontakt über die Grenzen hinweg zeigt sich in vielerlei Hinsicht als vorteilhaft.

Kommandant mit Herz und Verstand

Drei Monate nahm sich Jürg Zingg nach seinem Amtsantritt Zeit, um sein neues Korps fundierter kennen zu lernen und den Puls an der Front zu spüren. Dabei suchte er entsprechende Rückmeldungen in Gesprächen mit den Mitarbeitenden und seinem Kader. Die Beurteilung fällt positiv aus: Die Thurgauer Polizisten sind sehr gut vernetzt und verankert in der Bevölkerung, sie sind sehr gut ausgerüstet und auch hervorragend motiviert.

Kultur und Werte des Korps sind für den Kommandanten ausserordentlich wichtig, denn ein gutes Vertrauensverhältnis beeinflusst die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und letztlich das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung. Die stetige Weiterentwicklung des Korps und der enge Austausch mit Kader und Frontorganisation sind deshalb zentral: «Stillstand ist insbesondere bei den Blaulichtorganisationen ein Rückschritt», so Zingg.     

Herausforderungen für die Thurgauer Polizei

«Von den Dealern zu den Rasern», unter diesem Schlagwort hatte die Thurgauer Zeitung das neue Tätigkeitsgebiet von Jürg Zingg vereinfacht umrissen. Natürlich sind die Schwerpunkte der Polizeiarbeit im Thurgau etwas anders als in der Grossstadt Zürich, aber nicht minder anspruchsvoll. An Hand eines umfassenden Lageberichts erhielten die Lilienberg-Besucher eine konkrete Darstellung der aktuellen Sicherheitslage. Diese ist mit rund zehntausend Delikten pro Jahr relativ stabil, wobei sich einige interessante Verschiebungen der Kriminalitätszahlen ergeben:

  • Betäubungsmitteldelikte: stabil und leicht sinkend
  • Einbruchdiebstähle: Nach einem starken Anstieg in den Jahren 2012 bis 2014 hat sich die Anzahl nun wieder sehr deutlich reduziert.
  • Einfache Körperverletzungen: Grössere Schwankungen in den einzelnen Jahren, langfristig etwa auf gleichbleibendem Niveau
  • Erpressungen: Klar steigender Trend mit dem besonderen Phänomen der «Sextorsion»
  • Verkehrsunfälle: Trotz jährlich steigendem Verkehrsaufkommen ein kontinuierlicher Rückgang der Unfallzahlen und ein sehr starker Rückgang der getöteten Personen (zehnmal weniger als vor 50 Jahren)

Aktuelle und künftige Herausforderungen bilden namentlich die Cyberkriminalität und der Terrorismus. Auch wenn der Thurgau bislang vor grösseren Ereignissen wie Amokläufen oder Terroranschlägen verschont geblieben ist, bereitet sich die Kantonspolizei dennoch intensiv darauf vor. Dazu gehört insbesondere die entsprechende Ausbildung der Einsatzkräfte sowie des gesamten Krisenmanagements; die Kantonspolizei wäre im Ereignisfall für die gesamtheitliche Führung verantwortlich.     

In der täglichen Polizeiarbeit machen sich insbesondere die Auswirkungen der 24-Stunden-Gesellschaft und die zunehmende Respektlosigkeit und Aggressivität gegenüber Beamten, vor allem im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen, bemerkbar.

Föderalismus als Defizitfaktor der Inneren Sicherheit

Die föderalistischen Strukturen der Schweizer Polizeilandschaft mit kantonalen und teilweise sogar städtischen Korps bilden eine Herausforderung und benötigen einigen Koordinationsbedarf. Bei geplanten Grossereignissen wie etwa dem WEF oder grossen Sportveranstaltungen unterstützten sich die Korps via die Polizeikonkordate. Gleiches gilt bei grösseren Ernstfällen, welche insbesondere von kleinen Korps nicht mehr selbständig bewältigt werden können. Eine Veränderung dieser Strukturen ist in der Politik nicht spruchreif. Allerdings besitzt die Kleinräumigkeit auch gewisse Vorteile: Man kennt die Bösewichte in seinem Hoheitsgebiet einigermassen.

Der Kommandant der Kantonspolizei Thurgau hat mit seinem Auftritt auf dem Lilienberg überzeugt. Seine Kompetenz, aber auch die offene und transparente Information sind positiv wahrgenommen worden, sodass sich die klare Schlussfolgerung ergibt: Sicherheit im Thurgau: Die Kantonspolizei sorgt dafür!

Zu guter Letzt:

Jürg Zingg besuchte im Rahmen seiner Ausbildung auch verschiedene Lehrgänge an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster. Diese Stadt ist TV-Zuschauern als Wirkungsstätte der Tatort-Protagonisten Professor Boerne und Kriminalhauptkommissar Thiel bekannt. Auf die Frage, ob er denn auch gerne Krimis ansehe und ob man daraus sogar etwas lernen könne, erwiderte der KAPO-Kommandant mit Schmunzeln: «Ich hätte auch gerne meine Fälle in neunzig Minuten gelöst!»

Zyklus «Innere Sicherheit der Schweiz»; Unternehmerisches Gespräch vom 11. Januar 2017 «Sicherheit im Thurgau: Wie sorgt die Kantonspolizei dafür?»; mit Jürg Zingg, Kommandant der Kantonspolizei Thurgau; Moderation und Zusammenfassung: Andreas Widmer (Aktionsfeld Sicherheit & Armee); Redaktion: Stefan Bachofen.

 

Jürg Zingg -  Thurgauer Polizeikommandant mit viel Engagement

Jürg Zingg hat Anfang September 2016 das Kommando der Thurgauer Kantonspolizei von Hans Baltensberger übernommen. Der ausgebildete Jurist begann seine Berufslaufbahn beim Bezirksgericht Winterthur. Nach einigen Jahren bei der damaligen Bankgesellschaft wechselte er zur Stadtpolizei Zürich, wo er beginnend als Chef der Wirtschaftspolizei bis zum 1. Stellvertreter des Kommandanten aufstieg. Auch im Militär machte er eine steile Karriere als Generalstabsoffizier, Bataillonskommandant bis hin zum stellvertretenden Stabschef der Territorialdivision 4. Jürg Zingg ist 53-jährig, verheiratet und Vater von zwei bald erwachsenen Kindern.

Andreas Widmer sitzt für die FDP im St. Galler Kantonsrat. Er ist Präsident des Schweizer Milizdachverbandes AWM. Auf Lilienberg ist er Beauftragter für die Aktionsfelder Sicherheit & Armee sowie Politik & Gesellschaft. Er ist Vater von zwei schulpflichtigen Kindern und wohnt in Wil SG, wo er zwölf Jahre lang als Stadtrat amtete.

Sicherheit im Thurgau: Die Kantonspolizei sorgt dafür!
Sicherheit im Thurgau: Die Kantonspolizei sorgt dafür!
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