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Motivation, Kooperation und Identifikation sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teamarbeit

27.10.2017

Was wir von der Gehirnforschung lernen können, um Teams erfolgreicher zu gestalten

Teamarbeit bedeutet nicht: «Toll, ein anderer macht’s!». Nein, Teamarbeit bedeutet, gemein­sam stärker und produktiver zu sein als der Ein­zelne, und Teamarbeit ist weit mehr als die Summe der Einzelleistungen.

 

Motivation, Kooperation und Identifikation sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teamarbeit
Teamarbeit: Gemein¬sam stärker und produktiver zu sein als der Einzelne.

Damit Teamarbeit erfolgreich ist, müssen drei Bedingungen erfüllt sein.

  • Motivation

Nur wenn alle Teammitglieder über eine hohe Mo­tivation verfügen, erbringt das gesamte Team Höchstleistung.

  • Kooperation

Nur wenn alle Teammitglieder bereit sind, auch mal zu verzichten, mit anderen zu teilen oder zu Gunsten der anderen die eigenen Interessen zurückzustel­len, kann Teamarbeit erfolgreich sein.

  • Identifikation

Nur wenn alle Teammitglieder sich mit dem Ziel identifizieren, das sie gemeinsam erreichen wollen, können sie dieses Ziel auch schaffen.

Motivation

Motivation bezeichnet das Streben, ein als wün­schenswert eingestuftes Ziel tatsächlich zu errei­chen und etwas dafür zu tun. Das Motiv ist also so etwas wie der Motor, der mit Hilfe von Treibstoff (Moti­vator) das Auto in Bewegung setzt, um an einen be­stimmten Ort (Ziel) zu gelangen.

Neurowissenschaftlich ausgedrückt geht es also darum, das Motivations- und Belohnungssystem im Gehirn zu aktivieren. Die intrinsische Motivation, also das Streben beispielsweise nach Sinn, Verantwortung, Stolz und Freude ist wesentlich stärker und nachhaltiger als die extrinsische Motivation, also die Motivation über Geld, Prämien oder Präsente.

Um ein Team zu motivieren, sollten wir somit vor allem auf psychologische Instrumente und Massnahmen wie zum Beispiel persönliche Wertschätzung sowie Lob und Aner­kennung setzen.

Wenn wir das tun, macht unser Gehirn aus Psychologie Biologie, indem es Botenstoffe produziert und freisetzt wie:

  • Dopamin – steigert die Einsatzbereitschaft
  • endogene Opioide – führt zu Arbeitsfreude
  • Oxytozin – stärkt den Gemeinschaftsgeist

Kooperation

Die moderne Neurobiologie der vergangenen Jahre bringt immer mehr Erkenntnisse zum Vorschein, dass der Mensch von den Genen bis hin zum Alltagsverhalten auf Kooperation ausgerichtet ist.

Für die Teamarbeit zeigen diese Forschungsergeb­nisse, dass wie bei allen zwischenmenschlichen Pro­zessen Kooperation und nicht der pure Egoismus im Vordergrund steht und dass Kooperation umso mehr funktioniert, je besser sich die Teammitglieder kennen und miteinander verbunden fühlen.

Identifikation

Viele Unternehmen stellen neue Mitarbeitende auf Basis ihrer Fachkompetenz ein. Schulabschlüsse und Zeug­nisse stehen daher im Vordergrund. Worüber sich aber jeder Unternehmer oder Personalleiter bewusst sein muss, ist, dass auch der kompetenteste Experte scheitern wird, wenn sein persönliches Wertesystem nicht zur Unternehmenskultur passt.

Eine Studie von Kienbaum ermittelte, dass die Unternehmenskultur eine immer grössere Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens haben wird. 24 Prozent der befragten Manager bewerten die Unternehmenskultur aktuell als sehr wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg. Mehr als doppelt so viele, nämlich 51 Prozent, urteilen, dass die Unternehmenskultur künftig und langfristig eine sehr hohe Bedeutung haben wird.

Der Grund, weshalb für Menschen die Kultur eines Un­ternehmens eine grosse Bedeutung hat, lässt sich auch neurowissenschaftlich sehr gut erklären.

Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung, Wolf Singer, formulierte es einmal so: «Das menschliche Gehirn ist ein Teil des soziokulturellen Umfelds. Es ist nicht nur von genetischen Dispositionen geprägt, sondern auch von unserer Erziehung, den Werten und moralischen Kategorien, die uns vermittelt wurden, sowie der Wechselwirkung mit anderen Gehirnen. Das Gehirn ist ein soziales Organ – man kann es nicht isoliert von der Umwelt verstehen.»

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