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Als Unternehmerin die Menschen für eine gute Sache gewinnen

31.03.2017

Für eine Unternehmerin gehört es zum Alltag, Ziele zu setzen, Strategien zu entwickeln, und diese effizient umzusetzen. Als Unternehmerin baut man persönliche und geschäftliche Netzwerke auf. Es ist unumgänglich, sich mit den neusten Medien und Techniken auseinander zu setzen, um diese sinnvoll und effizient zu nutzen. Doch was macht eine Unternehmerin, die 50 Jahre alt wird, über den Sinn des Lebens nachdenkt und sich fragt, was lasse ich einmal zurück?

Als Unternehmerin die Menschen für eine gute Sache gewinnen
Der von Manuela Stier gegründete Förderverein schafft für Familien mit Kinder, die an einer seltenen Krankheit leiden diverse Austauschplattformen. Die Kinder erleben im Rahmen von auf sie angepassten und von namhaften Unternehmern unterstützten Events eine unbeschwerte Zeit.

Genau diese Gedanken bewegten mich 2014 dazu, mich für die 350‘000 betroffenen Kinder mit seltenen Krankheiten in der Schweiz einzusetzen. Der Dialog mit einer Familie mit zwei gesunden und einem kranken Kind, das die seltene und leider tödliche Krankheit Niemann Pick C hat, schenkte mir Einblick in eine mir unbekannte Welt – zum Beispiel in die Welt von Eltern, die nicht wissen, wann ihr Kind wieder notfallmässig ins Spital muss oder in die Welt Eltern, die nicht wissen, wie sie ein Auto finanzieren sollen, das Platz für zwei Rollstühle hat, da beide Kinder eine seltene muskuläre Krankheit haben.

Je mehr ich in Gesprächen mit betroffenen Familien erfuhr, umso klarer wurde mir, wo mein soziales Engagement in Zukunft hinführen sollte. Im November 2013 entschloss ich mich, einen gemeinnützigen Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten zu gründen.  Mit dem Herzchirurgen Prof. Dr. Thierry Carrel (Präsident des Vereins) und dem ehemaligen CEO der Raiffeisen Bank, Pierin Vincenz (Vorstandsmitglied), setzen sich zwei Persönlichkeiten mit derselben Begeisterung für das Projekt ein wie ich.

Mit den richtigen Menschen im Team kann man jedes noch so hohe Ziel erreichen. Menschen, die bewegen wollen, Menschen, die nicht nur reden, sondern Gutes in die Tat umsetzen und dies mit Freude, Kompetenz und Begeisterung. Welch ein Glück, dass ich diese Menschen, viele von ihnen auch Unternehmer, für das Herzensprojekt «Kinder mit seltenen Krankheiten» gewinnen konnte.

Neuen Brand verankern

Schon bald stand die nächste Herausforderung an. Innert kürzester Zeit musste der neue Brand «Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten» entwickelt und verankert werden. Dieser Brand sollte Menschen verbinden um zu helfen, aber auch um helfen zu können. Wie ein Leuchtturm wollten wir für betroffene Familien da stehen, um ihnen unkompliziert zu helfen. Doch über welchen Kanal gelangen wir an die betroffenen Familien? Einen Weg sahen wir in der Öffentlichkeitsarbeit, einen weiteren über Facebook. Ich hatte die Möglichkeit, mit meinen 5000 Facebook Kontakten wie auch bestehenden Facebook-Gruppen das Vertrauen betroffener Familien zu gewinnen.

Dank einem eigenen Facebook-Auftritt haben wir es geschafft, unsere Botschaften zu kommunizieren. Als wir zum Tag der seltenen Krankheiten 2016 einen Wettbewerb für betroffene Familien/Kinder lancierten, wurde dieser 60'000 Mal auf Facebook sichtbar und es ergaben sich 35'000 Interaktionen. Und wer am KMSK-Familienevent 2016 in der Kindercity als freiwillige Helfer dabei waren, dem blieben die strahlenden Gesichter der Familien für immer im Herzen.

Emotionales Thema, das die Menschen berührt

Auch viele meiner Unternehmerkollegen haben sich zwischenzeitlich dafür entschieden, sich für das Projekt zu engagieren. Heute zählen Firmen wie Trisa, Victorinox, Alexion, Otsuka, Johnson & Johnson, Huber & Suhner, Spross Gartenbau, Raiffeisen, Läderach, Walder Schuhe, Helsana, Kindercity und viele mehr zu unseren Gönnern. So war es dank der Unterstützung eines Unternehmers unter anderem möglich, einigen Familien mit einem Besuch des Husky Abenteuers im Muotathal, eine spezielle Freude zu bereiten.

Eine weitere Zielsetzung unseres Projektes ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema «Seltene Krankheiten bei Kindern». Zu Beginn dachten wir, dass es schwer sein wird, betroffene Familien dazu zu bewegen, in Interviews über ihr oft beschwerliches Leben zu berichten. Doch sie vertrauten uns und erlaubten unseren Medienpartnern Einblick in ihren Alltag. Die Familien sind sehr stolz, dabei zu sein, denn sie wollen aktiv mithelfen, dass das Thema «Kinder mit seltenen Krankheiten» verankert wird. Dadurch entsteht auch ein gewisser Druck auf Bundesebene, damit das 2014 erstellte Konzept - Seltene Krankheiten - nun effizient durch die Kantone umgesetzt wird. Die Familien müssen im Alltag entlastet werden, da dieser häufig mit bis zu 24 Stunden Präsenz besteht.

Ein schönes Erlebnis zum Schluss: Kürzlich erreichte mich ein Anruf einer jungen Frau. Sie und ihre Kollegen, die eine Musikproduktionsfirma in Winterthur haben, wollten uns aktiv unterstützen. Ich musste nicht lange überlegen, denn schon längst schlummerte in mir die Idee, zum nationalen Tag der seltenen Krankheiten einen Song zu produzieren. Mit Engagement und Können entstand in nur zwei Wochen der Song «Perfect» des Luzerner Sängers Lerocque und seinem Team. Seit Ende Februar wird das Lied von den Schweizer Radiostationen gespielt. Ebenso entschloss sich eine Videoproduktionsfirma aus Dübendorf spontan, ein Musikvideo mit drei betroffenen Familien zu produzieren. Als ich das Lied einer betroffenen Mutter abspielte, musste sie vor Rührung weinen. Wir hoffen, dass wir mit diesem Song, mitten in die Herzen der Schweizer Bürger und Bürgerinnen treffen und ihnen die Botschaft vermitteln, dass wir die betroffenen Familien nicht alleine lassen dürfen.

Dank der Mithilfe all dieser wunderbaren Menschen konnte ich in nur drei Jahren meinem  Herzens-Projekt Leben einhauchen und einen Brand entwickeln, der noch viele andere Herzen berührt und betroffenen Familien nachhaltig hilft und Freude bereitet.

Manuela Stier ist Inhaberin der Zürcher Branding Agentur Stier Communications AG mit Sitz in Uster. Sie entwickelt mit ihrem Team Marketing- und Branding-Konzepte für KMU, NPOs und Handelsunternehmen. Seit 2014 ist sie als Initiantin/Geschäftsführerin des gemeinnützigen Fördervereins für Kinder mit seltenen Krankheiten tätig. 

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