In den Siedlungsabfällen stecken viele wertvolle Rohstoffe

Nachhaltigkeit ist eines der grossen gesellschaftlichen Zukunftsthemen. Wir müssen schonend mit unseren Ressourcen umgehen. Sparen lautet die oberste Devise. Geht das nicht, sollen Abfälle aus Industrie, Gewerbe und Haushalten bestmöglich verwertet werden, um so Rohstoffe zu gewinnen. Und die Rückstände sollen gesetzeskonform abgelagert werden. Das heisst, Ökologie und Ökonomie müssen ein Vernunftspaar werden. Genau hier setzt die DHZ Lufingen mit Erfolg an. Ihr Geschäftsführer, Stefan Eberhard, erklärte, wie dies genau funktioniert.

 Fritz Bächi     24.11.2015

Die von den Kehrichtverbrennungsanlagen angelieferte Schlacke werde zuerst sauber sortiert, erzählte Geschäftsführer Stefan Eberhard an der Veranstaltung vom 23. November auf Lilienberg, die Bestandteil der Gesprächsreihe «Innovationen im Energie- und Umweltbereich – Ja, aber wie?» war. «Deponiert in der eigenen Deponie in Lufingen wird nur, was verordnungskonform ist und nicht verwertet werden kann.» Auf Grund ihres undurchlässigen Untergrunds geeignete Standorte und neueste Technologien, verbunden mit permanenter Überwachung garantieren eine sichere Trennung der Deponiematerialien vom Grundwasser und der Umwelt.

Natürliche Ressourcen werden langfristig geschont

Die Ziele von urban mining und resource mining sind eine möglichst vollständige Rückgewinnung von wertvollen Rohstoffen aus dem Rückbau von Bauwerken respektive aus den Bau-, Industrie- und Gewerbeabfällen, die in der Folge wieder dem Stoffkreislauf zugeführt werden. Noch vorhandene natürliche Rohstoffe aus dem Primärabbau (zum Beispiel Erzabbau) werden dadurch geschont.

Stefan Eberhard erklärte, weshalb resource mining so wichtig ist:

Aus diesen Gründen sei die Rückgewinnung der bereits vorhandenen, sich im Umlauf befindenden Ressourcen aus ökologischer und ökonomischer Sicht besonders wichtig, so Eberhard. «Die natürlichen Vorkommen können geschont werden, und es sind keine Eingriffe und Beeinflussungen von wertvollen Landschaften und Lebensräumen nötig.»

In der Schweiz gibt es seit Jahrzehnten immer mehr Siedlungsabfälle. Eine Verbrennungspflicht besteht seit dem Jahr 2000. Bei direkter Zuführung in die Deponie ergäbe dies einen Verlust von wertvollen Rohstoffen. Die Firma DHZ hat in Lufingen im Jahr 2014 rund 97‘700 Tonnen KVA-Schlacke angenommen und daraus 8‘123,7 Tonnen Metalle zurückgewonnen.

Schlacke setzt sich gemäss Bundesamt für Umwelt wie folgt zusammen:

Dass in der Schlacke auch schon nicht verbrannte Banknotenbündel und ganze Waffen gefunden wurden, sei nur im Sinne einer Anekdote vermerkt.

Der äusserst spannende Vortrag von Stefan Eberhard zeigte auf anschauliche Art, wie resource mining® auf die Wertstoffgewinnung aus Bau-, Industrie- und Gewerbeabfällen setzt. Im Vordergrund stehen die nachhaltige Behandlung und bestmögliche Verwertung von Abfällen aus Industrie und Gewerbe zwecks Gewinnung von Rohstoffen sowie die gesetzeskonforme Ablagerung der Rückstände.

Weniger CO2-Emissionen

Fakt ist: Der heimische Abfall birgt ein bedeutendes Potenzial an wiederverwertbaren Ressourcen. Durch die Rückgewinnung von möglichst grossen Mengen an Rohstoffen lassen sich die Stoffkreisläufe schliessen und natürliche Reserven und Rohstoffe langfristig sichern. Weiter können auf diese Weise die CO2-Emissionen aus der Produktion und dem Transport von Primärrohstoffen gesenkt werden, und Wasser, Land und Lebensräume werden beim Primärabbau im Ausland weniger stark verschmutzt.

Der Anlass gab einen lebhaften Einblick in den ökonomisch und ökologisch zukunftsträchtigen und immer wichtigeren Umgang mit unseren Siedlungsabfällen.  

Zyklus «Innovationen im Energie- und Umweltbereich – Ja, aber wie?»; Unternehmerisches Gespräch vom 23. November 2015  «resource mining® - wertvolle Rohstoffe aus heimischem Abfall»; mit Stefan Eberhard, Geschäftsführer DHZ AG Lufingen; Moderation und Zusammenfassung: Fritz Bächi (Aktionsfeld Gesundheit & Umwelt); Redaktion: Stefan Bachofen.

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