Ethik als zentrale Führungskompetenz ist für das Unternehmen erfolgsrelevant

Mit Werten bei Kunden und bei Top-Arbeitskräften punkten: Mit diesem Thema befasste sich eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Lilienberg und der Organisation Ethics First am 23. Februar. Die Teilnehmenden erhielten von kompetenten Referenten Antworten auf die Frage, «was ein Unternehmen wertvoll macht». Fest steht: Von zentraler Bedeutung für den Erfolg eines Unternehmens ist das fruchtbare Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

 Ernst von Kimakowitz     08.03.2016

Die Institution Ethics First wurde vom Weltethos-Institut der Universität Tübingen und dem Humanistic Management Center aus St.Gallen ins Leben gerufen und bietet Trainingsprogramme an, die Führungskräfte dabei unterstützen, nachhaltigen Geschäftserfolg zu realisieren.

Nach der Begrüssung durch Lilienberg-Programmleiter Christoph Vollenweider und Dr. Bernd Villhauer (Weltethos Institut) ermöglichte Dr. Raban Fuhrmann (ReformAgentur), den Teilnehmenden auf ebenso unterhaltsame wie informative Weise einen ersten Austausch. Im Anschluss bettete Dr. Villhauer Ethics First in die Arbeit des Weltethos Institutes ein. Die Prinzipien der Gegenseitigkeit und Menschlichkeit sowie die vier substanziellen Werte der Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, Partnerschaft und Friedfertigkeit sind die von ihm vorgestellen Eckpfeiler des Projekts Weltethos. Sie sind gleichzeitig treffliche Grundlage für die Angebote von Ethics First, dessen Werbeslogan «Empowering Responsible Leaders» lautet.

Unter dem Titel Erfolgsfaktor Ethik präsentierte Dr. Ernst von Kimakowitz (Humanistic Management Center) im Folgenden die zentrale Rolle von Ethik für den Unternehmenserfolg. Sein Fazit: Die globalen Herausforderungen, die wir zu meistern haben, lassen sich nur durch ein fruchtbares Zusammenwirken von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft lösen. Daraus können Innovationen entstehen, die zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen und gleichzeitig unternehmerischen Erfolg beflügeln.

Gemeinwohlbeitrag des Unternehmens steigern

Nach der Kaffeepause hielt Klaus Schuler (Tripl3Leader) seinen Vortrag zum Thema «Leadership 2020». Im Kern benötigt eine zukunftsfähige Führungskräfteentwicklung die Integration wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Ziele. Denn es zähle nicht nur die Frage, wie man führt, sondern auch die Frage, wohin man führt, so Schuler. Den Gemeinwohlbeitrag des Unternehmens steigern, ohne bei der «Business Performance» Abstriche zu machen, ist die Aufgabe, bei welcher Ethics First Führungskräfte mit dem Angebot «Leadership 2020» unterstützt.

Dr. Christopher Gohl (Weltethos Institut) referierte im Anschluss zum Thema «Stakeholder Engagement». Dabei betonte er, Stakeholder-Denken heisse, sich umfassend dialogisch zu positionieren. Nach einer grundsätzlichen Klärung des Stakeholderbegriffs führte Dr. Gohl weiter aus, dass Unternehmen davon profitieren, in förderlicher Übereinstimmung mit ihrem Umfeld zu wirtschaften. Dialogfähigkeit sei ein zentraler Produktivitätsfaktor, den zu lernen und zu kultivieren sich lohne, da aus guten Stakeholder-Beziehungen stets auch gute Kollaborationsgewinne entstehen.

«Organisationen sind eine Kultur»

Als abschliessenden Impuls sprach Dr. Raban Fuhrmann zur Unternehmens-DNA. In seinen Ausführungen betonte er die zentrale Bedeutung von gemeinsamen Werten. Organisationen haben keine Kultur, sondern sie sind eine Kultur, so seine zentrale Aussage. «Ein gemeinsames Verständnis aller Führungskräfte und Mitarbeitenden davon, was das Unternehmen ist, wohin es will, und warum es tut, was es tut, ist eminent wichtig, um nachhaltigen Geschäftserfolg zu realisieren.»

Zu den drei Themen Leadership 2020, Stakeholder Engagement und Unternehmens DNA wurden daraufhin parallele Gruppendiskussionen geführt, um praktische Fragen der Umsetzung in Unternehmen zu besprechen und gleichzeitig – ganz im dialogischen Sinne, auch Impulse für die Angebote von Ethics First zu erhalten.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Ergebnisse der Gruppendiskussionen im Plenum vorgestellt, bevor die Teilnehmer ihre Eindrücke mit der Gruppe teilten. Bei der insgesamt sehr positiven Resonanz erklang unter anderem der Ruf nach Werkzeugen zur Umsetzung im Unternehmen oder beispielsweise der Wunsch, mehr Fallbeispiele aufzuzeigen.

Kolloquium vom 23. Februar 2016 «Was macht mein Unternehmen wertvoll?»; mit Dr. Bernd Villhauer, Geschäftsführer Weltethos Institut, Universität Tübingen, Dr. Ernst von Kimakovitz, Managing Director Ethics First und Humanistic Management Center, St.Gallen, Klaus Schuler, Eigentümer Tripl3Leader, Tübingen, und Dr. Christopher Gohl, Koordinator Public Dialogue, Weltethos Institut, Universität Tübingen, Moderation: Dr. Raban Fuhrmann, Organisationsentwickler, ReformAgentur, Konstanz, und Christoph Vollenweider, Leiter Unternehmertum; Zusammenfassung: Dr. Ernst von Kimakovitz; Redaktion: Stefan Bachofen.

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