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Valentin Landmann: «Die Justiz muss Hasspredigern das Handwerk legen!»

Publiziert am 1.3.2017
Valentin Landmann: «Die Justiz muss Hasspredigern das Handwerk legen!»

Wer Landmann kennt, sieht gleich, dass er seine Markenzeichen mit auf Lilienberg gebracht hat. Der Jurist weiss sich zu inszenieren. An der Jeans baumelt ein silberner Totenkopf-Anhänger, um den Hals trägt der Jurist eine schrille kobaltblaue Krawatte mit den goldenen Uhren. «Das soll mich daran erinnern, worum ich kämpfe: um Lebenszeit.»  

Der 66-Jährige weiss, wovon er spricht. Immerhin sass er schon wegen seiner allzu engen Kontakte zur Halbwelt in Untersuchungshaft und musste sich wegen Geldwäscherei vor Gericht verantworten. Der Prozess kostete Landmann fast seine Existenz. Dennoch fasziniert ihn die Halbwelt nach wie vor. 

Harte Kritik an der Justiz übt Landmann, der inzwischen auch an der Hochschule doziert, bei der Terrorismusbekämpfung. Um die Sicherheit zu erhöhen, bräuchte man keine härteren Gesetze. Anstatt neuer Antiterrorgesetze fordert er die konsequente Anwendung bestehender Gesetze. Die Terrorangriffe der vergangenen Jahre seien nicht durch Menschen verübt worden, die schlecht integriert waren. «Es liegt nicht an Mangel von Integration oder Bildung, sondern an den fundamentalen Hasspredigern, die den Boden für Terror ebnen.» Auch in der Schweiz könnten Hassprediger nahezu unbehelligt ihre Botschaften verbreiten. «Hier vermisse ich, dass die Justiz nicht bereit ist zu ermitteln und anzuklagen. Mit Religionsfreiheit hat das nichts zu tun», so Landmann. 

Unser Bild zeigt Valentin Landmann (Mitte), flankiert von Stiftungsratspräsident Walter Reist (rechts) und Moderator Andreas Widmer.

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