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Uli Burchardt spricht Klartext: «Wir machen eine schlimme Kleinstaaterei!»

Publiziert am 29.1.2016
Uli Burchardt spricht Klartext: «Wir machen eine schlimme Kleinstaaterei!»

Ein europäischer Wirtschaftsraum am Bodensee mit einer Metropolregion Zürich und einer Grossstadt Konstanz-Kreuzlingen. Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt (links) hat eine klare Vision von der Zukunft an der deutsch-schweizerischen Grenze. Dazu müsste man allerdings die Kleinstaaterei überwinden, sagte er am Lilienberg Gespräch vom 20. Januar. Im Moment erlebe er eher das Gegenteil. Etwa im Tourismus.

Thema Masseneinwanderung nochmals vor Volk?

Burchardt äusserte sich auf Fragen von Moderator Christoph Vollenweider (rechts) unter anderem auch zum Einkaufstourismus in Konstanz. Die Entwicklung des Kreuzlinger Detailhandels sehe er mit Bedauern. Allerdings habe die Schweizer Seite früher jahrelang vom Tanktourismus profitiert. Konstanz sei die einzige Stadt dieser Grösse, die bei 84‘000 Einwohnern nur zwei Tankstellen hat. «Das ist, weil damals alle in der Schweiz getankt haben.»

Im Pizzastreit ist Burchardt zwar dagegen, wenn sich Lieferdienste darauf spezialisiert hätten, schnell 80 Pizzen in die Schweiz zu liefern. Aber insgesamt wünsche er sich mehr Offenheit als Abgeschlossenheit.

Die vor zwei Jahren vom Schweizer Stimmvolk angenommene Masseneinwanderungsinitiative gibt ein anders Signal. Allerdings habe man «zur Kenntnis genommen, dass Kreuzlingen die Initiative nicht angenommen hat», sagte Burchardt, der Mitglied im globalisierungskritischen Netzwerk Attac ist. Er glaube aber ohnehin nicht daran, dass die Schweiz die Initiative wirklich umsetzt. «Das kommt nochmals vors Volk.»

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