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Strategie-Professor Stahel warnt: «Die Schweiz hat militärischen Aufholbedarf!»

Publiziert am 9.2.2018
Strategie-Professor Stahel warnt: «Die Schweiz hat militärischen Aufholbedarf!»

Der aktuelle «Global Peace Index» zeigt, dass die Schweiz ein stabiles und sicheres Land ist; sie belegt in diesem Ranking Platz 9 unter insgesamt 163 gemessenen Staaten. Doch der Eindruck täuscht: Denn dieser Index misst verschiedene für die Schweiz sehr vorteilhafte Kriterien wie etwa die Anzahl der geführten Kriege, die Grösse und Leistungsfähigkeit der Streitkräfte, die Mordrate oder die politische Stabilität. Von diesem Index kann also nicht eine vermeintlich geringe sicherheitspolitische Bedrohung abgeleitet werden.

Im Gegenteil: Sicherheitsexperten warnen. So sagte etwa der Generalsekretär der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, kürzlich: «Die Lage ist ausserordentlich bedrohlich, die Gefahr militärischer Konfrontation ist so gross wie seit 20 Jahren nicht mehr.» Ende Januar doppelte mit Prof. Dr. Albert A. Stahel auf Lilienberg der renommierteste Schweizer Strategieexperte nach. In gewohnt eloquenter Manier legte Professor Stahel die zunehmend komplexer werdenden Zusammenhänge der globalen Sicherheitslage dar. 

Mit Besorgnis stellte Stahel fest, dass die Schweizer Armee seit 1989 in einem stetigen Abrüstungsprozess begriffen ist. Dieser verlief im Vergleich zu den wichtigsten NATO-Staaten beinahe dramatischer und umfasste nicht nur wesentliche schwere Waffensysteme, sondern insbesondere auch den Bestand an Wehrpflichtigen.

Die Besucher des Lilienberg-Anlasses waren sich einig: Es gilt, die Schweizer Armee nach den verschiedenen übereilten Reformen wieder zu stabilisieren und auf einen hohen Stand zu bringen. Die dringende Erneuerung der Luftwaffe und auch der Mittel des Heeres erfordert die Bereitstellung massiver Ressourcen, denn der Wunsch des ewigen Friedens wird wohl immer ein Traum bleiben.

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