umgebung_1920x370-(1).jpg

Berner Cembalist zündete ein Feuerwerk von südeuropäischen Tänzen

Publiziert am 14.6.2017
Berner Cembalist zündete ein Feuerwerk von südeuropäischen Tänzen

Vital Julian Frey fiel an diesem Abend durch eine natürliche Lockerheit und viel Charmisma auf. Er zündete im Lilienberg Zentrum ein veritables Feuerwerk der Extraklasse von südeuropäischen Tänzen und wandte sich zwischen den Stücken auch immer wieder wortgewandt ans Publikum.

Flamenco, Fandango und Buleria brachten in den Kompositionen von Isaac Albéniz, Félix Maximo Lopez und Padre Antonio Soler das Cembalo beinahe selbst zum Tanzen. Als Zuhörer hatte man das Gefühl, dass sich die drei Komponisten im Ausdruck der Lebensfreude gegenseitig zu übertrumpfen versuchten. Vital Frey jedenfalls interpretierte auf seinem zweimanualigen, mit Blättern und Vögeln wunderschön bemalten französischen Prachtsinstrument die Tänze nicht nur technisch souverän, sondern auch mit flamencoartiger Hingabe und unbändigem Temperament. 

Dass neben den drei erwähnten Komponisten aus Spanien auch Bachs Zeitgenosse Domenico Scarlatti mit drei einsätzigen Sonaten sozusagen als roten Faden Aufnahme in Vital Julian Freys Rezital-Programm gefunden hatte, mag auf den ersten Blick erstaunen. Auf den zweiten allerdings überhaupt nicht: «Scarlatti lebte viele Jahre in Sevilla, erzeugte den Grossteil seiner Werke am Königshof in Madrid und liess sich dabei stark von den spanischen Tänzen beflügeln», begründete der Cembalist. 

Google+ facebook LinkedIn